Bayern stärkt Cyberabwehr und Digitalfunk

6. November 2019 | Themenbereich: Aktuell, Bayern | Drucken

Das Kabinett hat heute auf Vorschlag von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann das Konzept zur Errichtung der ‘Cyberabwehr Bayern’, einer neuen zentralen Informations- und Koordinationsplattform für Behörden mit Cybersicherheitsaufgaben, beschlossen.

“Die ‘Cyberabwehr Bayern’ garantiert einen engen und schnellen Austausch zwischen den staatlichen Akteuren im Bereich Cybersicherheit. Dies sichert einen noch effektiveren Schutz vor Cyberattacken”, erklärte Herrmann. Die teilnehmenden Behörden werden schnellstmöglich über relevante IT-Sicherheitsvorfälle informiert und können im Krisenfall rasch über erforderliche Maßnahmen entscheiden. “Uns geht es im Interesse einer bestmöglichen Abwehr von Cyberangriffen um eine zeitnahe Erfassung, Bewertung und Weitergabe von Informationen zu Angriffen auf IT-Systeme, Ausnutzung von Sicherheitslücken, neue Kriminalitätsphänomene oder unerlaubte Veröffentlichungen von Daten. Wir verbessern den Überblick über die Gefährdungslage im Cyberraum, indem wir erstmals Informationen der bayerischen Behörden mit Cybersicherheitsaufgaben zu einem bayernweiten Cyber-Lagebild bündeln”, so der Minister. Das neue Cyber-Lagezentrum wird bereits Anfang Januar 2020 seinen Betrieb aufnehmen.

Teilnehmer der ‘Cyberabwehr Bayern’ sind unter anderem das Cyber-Allianz-Zentrum Bayern, das Bayerische Landeskriminalamt, das Bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, die Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht und der Landesbeauftragte für den Datenschutz. Die Cyberabwehr Bayern ist eine der Kernmaßnahmen aus dem vom Ministerrat am 26. Februar 2019 beschlossenen Maßnahmenpaket „Online – aber sicher!“. “Die ‘Cyberabwehr Bayern’ soll zukünftig Ansprechstelle für das ‘Nationale Cyber-Abwehrzentrum’ und somit das Scharnier für einen bestmöglichen Austausch zwischen Bund und Freistaat bei Cybersicherheitsvorfällen sein”, sagte Herrmann.

Zur Wahrnehmung dieser neuen Aufgaben finden regelmäßig gemeinsame Lagebesprechungen aller beteiligten Akteure statt. Die ‘Cyberabwehr Bayern’ wird dabei durch das Cyber-Lagezentrum unterstützt. Es wird beim Cyber-Allianz-Zentrum Bayern im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz etabliert.

Digitalfunk wird krisensicher

Darüber hinaus hat der Ministerrat in seiner heutigen Sitzung ein Konzept von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beschlossen, das Digitalfunknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) in Bayern noch krisensicherer auszubauen. Künftig sollen alle rund 900 Digitalfunkstationen in Bayern auch bei Stromausfällen für mindestens 72 Stunden weiter funken können. Möglich wird dies durch Notstromersatzanlagen, die vorwiegend mit modernster Brennstoffzellentechnologie arbeiten. “Damit stellen wir die Alarmierung der Einsatzkräfte auch bei längeren Stromausfällen sicher”, erklärte Herrmann.

Wie wichtig ein funktionierendes Digitalfunknetz im Katastrophenfall ist, hat sich laut Herrmann beispielsweise bei der Schneekatastrophe Anfang dieses Jahres gezeigt. Heftiger Schneefall, Sturm und einsetzendes Tauwetter hatten in der ersten Januarhälfte vor allem im südlichen Oberbayern, im Allgäu und im Bayerischen Wald zu einer ernsten Gefahrenlage geführt. In einigen oberbayerischen Landkreisen musste sogar der Katastrophenfall feststellt werden, zeitweise fiel der Strom aus.

Der Digitalfunk BOS ist nach Herrmanns Worten ein modernes und vielseitiges Kommunikationsmittel für die Einsatzkräfte der Polizeien, Feuerwehren und Hilfsorganisationen von Bund und Ländern. Er ermöglicht eine organisationsübergreifende bundesweite Verständigung selbst bei komplexen Einsätzen. “Mit unserer hochmodernen Digitalfunktechnik können wir die schnelle und verlässliche Hilfe in Not- und Katastrophenfällen bestmöglich koordinieren”, fasste der Minister zusammen.