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Nordkirche und Land unterzeichnen Vereinbarung zur evangelischen Seelsorge im Justizvollzug

Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack und Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), haben heute (1. November) in Kiel eine Vereinbarung über die Wahrnehmung der evangelischen Seelsorge in den schleswig-holsteinischen Justizvollzugsanstalten unterzeichnet. Durch die neue vertragliche Regelung stellt das Land die Finanzierung der Stellen bei der Nordkirche sicher, anstatt sie selbst zu führen. Damit werden künftig alle in den JVAen tätigen, evangelischen Pastorinnen und Pastoren einheitlich besoldet. Die Gefängnisseelsorge ist ein wichtiges Element im Gefängnisalltag: Seelsorger und Seelsorgerinnen kümmern sich um das geistliche, geistige und auch körperliche Wohl der Menschen in dieser schwierigen und oft belastenden Lebenssituation. Zudem unterstützen sie die Entwicklung von Gestaltungsmaßnahmen des Vollzuges und treten ein für ein Menschenbild, das mit der Würde des Menschen vereinbar ist. “”Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, diese Regelung umzusetzen“, erklärte Justizministerin Sütterlin-Waack. „Die Seelsorge in den Vollzugsanstalten ist immens wichtig. Die Pastorinnen und Pastoren bieten Gottesdienste sowie Einzel- und Gruppengespräche an, unterstützen Gefangene in Krisensituationen und begleiten Familienbesuche in der Anstalt. Bei Bedarf stehen sie auch für Gespräche mit den Bediensteten zur Verfügung”.”

Bischof Gothart Magaard sagte anlässlich dieses Termins: “”Ich freue mich und bin dankbar für die gute Vereinbarung, mit der die Arbeit der Seelsorgerinnen und Seelsorger an den Justizvollzuganstalten in Schleswig-Holstein auf verlässliche Füße gestellt wird. Für die Seelsorgerinnen und Seelsorger ist damit eine solide Basis für die wichtige und herausfordernde Arbeit geschaffen, der sie täglich zum Wohl der Gefangenen – als Kirche am anderen Ort – nachgehen und mit der sie den Betroffenen zur Seite stehen. Diese Arbeit erfährt damit auch die verdiente Anerkennung”.”

In den Justizvollzugsanstalten in Schleswig-Holstein wird die Seelsorge von katholischen und evangelischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern gewährleistet, die zum Teil direkt beim Land angestellt sind, zum anderen Teil von den Kirchen für diese Aufgabe entsandt werden. Durch Unterschiede zwischen Landesbesoldungsgesetz und Kirchenbesoldungsrecht ergibt sich daraus eine ungleiche Besoldung. Mit der nun geschlossenen Vereinbarung wird dies für die evangelische Kirche einheitlich geregelt. Eine entsprechende Vereinbarung ist auch mit der katholischen Kirche in Vorbereitung.