Cyberkriminalitätsbekämpfung benötigt viel Fachpersonal

18. Oktober 2019 | Themenbereich: Kriminalität | Drucken

Eine erfolgreiche Bekämpfung der rasant steigenden Cyberkriminalität in Deutschland erfordert nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) enorme personelle und fachliche Ressourcen. „Deshalb unterstützen wir die Anstrengungen des Bundes und der Länder um geeignete Strukturen und technisch versierte Fachleute“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Donnerstag anlässlich des in Berlin vorgestellten Berichts zur Lage der Sicherheit in der Informationstechnik.
„Der öffentliche Dienst hinkt aber mit für interessierte und geeignete Bewerberinnen und Bewerber wichtigen Aspekten wie Entgelt, Arbeitszeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie mobilem Arbeiten den Angeboten der Wirtschaft immer noch deutlich hinterher“, räumte der GdP-Chef ein. Fazit: Den Personal-Wettbewerb könne der öffentliche Dienst trotz aller Bemühungen momentan kaum bestehen.

Angesichts zunehmender Bedrohungen durch die Cyberkriminalität bekräftigt die GdP ihre Forderung nach einer Präventionsoffensive für den Umgang mit Online-Medien. „Viele Menschen sehen sich heutzutage von der Komplexität digitaler Möglichkeiten überfordert und befinden sich häufig in einem Dilemma. Verweigern sie sich, sind sie von vielen nahezu alltäglichen Angeboten wie Kurznachrichtendiensten, Online-Shopping, Video-Telefonaten oder mobilem Streaming abgehängt. Versuchen sie jedoch mitzumachen, fehlen oft technische Kenntnisse, die womöglich zu Unachtsamkeit führen und sie für Cyberkriminelle zu leichten Opfern werden lassen“, erläuterte Malchow. Deshalb müssten die Inhalte in verständlicher Form zu den Menschen gebracht und nicht nur als „Download“ angeboten werden.