“Der Fall zeigt generell, wie dünn die Personallage bei der Polizei ist“

10. Oktober 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, betont nach dem rechtsradikalen Angriff von Halle, dass diese abscheuliche Tat die sehr angespannte Sicherheitslage in Deutschland aufzeigt. „In diesen Zeiten hoher Terrorgefahr fällt es der Polizei schwer, alle gefährdeten Objekte wie auch Moscheen oder Synagogen rund um die Uhr zu bewachen. Dazu sind wir gar nicht in der Lage. Der Fall zeigt generell, wie dünn die Personallage bei der Polizei ist“, sagte Malchow am Donnerstag in Berlin.

Der GdP-Bundesvorsitzende erklärte: „Wir können uns nicht gleichermaßen um alle Formen der Verbrechen mit viel Personal kümmern. Die Terrorbekämpfung – und dazu zählen unter anderem islamistischer, rechtsextremer und linksextremer Terror – bindet viele Ressourcen. Wir haben die rechte Szene nicht unterschätzt, aber können auch nicht alles vorhersehen und verhindern.”

Laut Malchow gelte es jetzt, mit Hochdruck die Tat umfassend aufzuklären und die Frage, ob es möglicherweise noch Hintermänner gebe. Dazu gehöre auch der Umstand, ob die Bewertung der Sicherheitslage anlässlich dieses jüdischen Feiertages in Halle richtig gewesen sei.

Die Sicherheitsbehörden leisten nach den Worten Malchows insgesamt eine gute Arbeit. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Behörden habe sich in den vergangen Jahren deutlich verbessert, sagte er. „Grundsätzlich kann man von hoher Sicherheit ausgehen. Trotzdem können Terroristen natürlich überall und auf jede Weise Menschen angreifen, verletzen oder töten.“