Sicherheitswirtschaft: Offene Stellen, Überstunden und Löhne steigen

1. Oktober 2019 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Zahl der offenen Stellen in der privaten Sicherheitsbranche ist binnen eines Jahres um 7,6 Prozent gestiegen. „Die heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen zeigen, dass wir über 12.600 Stellen sofort besetzen können – und das über viele Bereiche unserer Branche hinweg“, so BDSW Hauptgeschäftsführer und geschäftsführendes Präsidiumsmitglied Dr. Harald Olschok. Tatsächlich dürfte die Zahl der offenen Stellen noch deutlich höher sein, weil nicht jedes Unternehmen diese an die Bundesagentur melde, so Olschok.

Viele der rund 267.000 MitarbeiterInnen in der Branche würden durch die vielen unbesetzten Stellen zwangsläufig mit steigenden Überstundenzahlen konfrontiert. „Die Aufträge sind da, doch unsere Unternehmen bekommen häufig kein geeignetes Personal“, so Olschok. Hinzu käme, dass die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Überprüfung der Zuverlässigkeit neuer Sicherheitsmitarbeiter durch die aktuellen Probleme mit dem Bewacherregister in vielen Regionen immer noch viel zu lange dauere.

Die steigende Zahl der unbesetzten Arbeitsplätze und die Auftragslage der Sicherheitsunternehmen führen zu deutlich steigenden Löhnen. „Wir müssen diese „Kröte schlucken“, damit wir die Beschäftigten auch in unserer Branche halten“, so Olschok. Der unterste Stundengrundlohn für einfache Sicherheitsaufgaben steige in den Bundesländern am 1. Januar 2020 von derzeit 10,00 Euro auf mindestens 10,50 Euro. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen läge der unterste Stundengrundlohn bei 11,00 Euro. „Damit liegen wir mehr oder weniger deutlich über dem ab 1. Januar 2020 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro.

Eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf mindestens 12,00 Euro, wie letzte Woche vom neuen ver.di-Vorsitzenden, Frank Werneke, gefordert, lehnte der Hauptgeschäftsführer des BDSW strikt ab. „Wir benötigen einen Spielraum, um gemeinsam mit den Gewerkschaften für unterschiedliche Qualifizierungen, Tätigkeiten und Regionen marktgerechte Löhne zu vereinbaren“, so Olschok abschließend.