Sicherheitsnachwuchs stand im Fokus des zweiten Sicherheitsrechtstages in Hamburg

27. September 2019 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Gewinnung von Nachwuchs- bzw. Arbeitskräften vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung stand im Mittelpunkt des zweiten Sicherheitsrechstages (SRT) der Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg, Forschungsstelle Europäisches und Deutsches Sicherheitsrecht (FEDS) und des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft in Hamburg.

In seiner Begrüßung dankte der Hauptgeschäftsführer des BDSW, Dr. Harald Olschok, dem Hamburger Polizeipräsidenten, Ralf Meyer, der Dekanin der Akademie, Frau Professor Dr. Pfeffer und Professor Dr. Sven Eisenmenger für die Zusammenarbeit mit dem BDSW und die Durchführung dieses SRT. “Es gibt kaum ein anderes Bundesland in Deutschland, in dem seit fast 20 Jahren eine konstruktivere und entspanntere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Sicherheitswirtschaft stattfindet”, so Olschok.

Der Sicherheitsrechtstag befasste sich im ersten Teil mit der Ausgangslage für Polizei und Sicherheitsgewerbe vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des Arbeitskräfteangebotes bis zum Jahr 2030. Auch der Sicherheitssektor sei von diesem Wandel betroffen. Markus Hoch, von der renommierten Prognos AG, geht im Jahr 2030 von einer Arbeitskräftelücke von 3,6 Mio. Personen aus. Das stellt alle Sektoren vor große Herausforderungen. Der Forscher riet dem Sicherheitssektor, durch eine Attraktivitätssteigerung das Angebot an Nachwuchskräften zu steigern.

Der Hauptgeschäftsführer des BDSW wies auf 12.000 gemeldete offene Stellen bei der Arbeitsagentur hin. Die tatsächliche Zahl sei aber noch deutlich höher. Den Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung könne nur durch ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen begegnet werden. „Aus Sicht der privaten Sicherheitswirtschaft ist, neben den angestrebten grundlegenden Änderungen der Rahmenbedingungen, vor allem eine qualitativ hochwertige, abwechslungsreiche und interessante Ausbildung und Qualifikation der Nachwuchskräfte entscheidend“, so Olschok. Um dies zu ermöglichen, müsse man die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung für die Nachwuchsgewinnung und die Ausbildung intensiv nutzen. Mit den beiden Ausbildungsberufen für die Sicherheitswirtschaft, der Weiterbildung zur geprüften Schutz- und Sicherheitskraft und dem Meister sowie zahlreichen Studiengängen für Sicherheitstechnik und Sicherheitsmanagement sei man grundsätzlich gut aufgestellt, so Olschok abschließend.