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Strategieforum 2019: Polizei Niedersachsen stellt sich für die Herausforderungen der Zukunft auf

 

Bereits zum siebten Mal hat der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der niedersächsischen Polizei zum Strategieforum nach Hannover eingeladen. Die jährliche Veranstaltung, die heute und morgen (06. und 07.09.2019) unter dem Motto „Zukunft gestalten mit Intelligenz und innovativer Führung“ stattfindet, dient der regelmäßigen und fortlaufenden, strategischen Weiterentwicklung der Polizei Niedersachsens. Der Generationenwandel in der niedersächsischen Polizei sowie Veränderungen – wie zum Beispiel die Digitalisierung der Gesellschaft – fordern eine intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Führung und Künstlicher Intelligenz. Neben Vorträgen zu diesen Aufgabenfeldern wird die neue Landesstrategie vorgestellt: Unter dem Titel „Strategie 2027“ wird die Polizei Niedersachsen ihren seit 2013 eingeschlagenen Weg erfolgreich fortsetzen.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, sagt: „Wir haben diese Strategieprozesse vor mehr als sechs Jahren eingeschlagen, um innerhalb der Polizei als Organisation neue Wege zu finden, sich in erster Linie von innen heraus weiterzuentwickeln. Dazu gehört in allererster Linie, die Erfahrungen der Beamtinnen und Beamten auf der Straße und in den Behörden einzubeziehen und für die strategischen Aufgaben sowie die Entwicklungen zu nutzen: sei es bei der Ausrüstung und der Eigensicherung, oder auch bei anspruchsvolleren Ansätzen wie der Umsetzung völlig neuer digitaler Ansätze in einer noch vor einigen Jahren viel analogeren Polizeiwelt. Diese Beteiligungsprozesse finden außerhalb des klassischen Dienstweges und ohne hierarchische Hürden statt. Der regelmäßige Austausch mit Angehörigen der Polizei Niedersachsen über die Zukunftsthemen hat die Polizeiarbeit deutlich gestärkt – diesen Weg wollen wir weitergehen.“

Die Strategie setzt vor allem auf Beteiligung, konstruktiven Diskurs und Transparenz. Dadurch wurde eine von Offenheit und Vertrauen geprägte Organisations- und Führungskultur geschaffen. So führt die Polizei Niedersachsen inzwischen regelmäßig Workshops durch, in denen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schutzausstattung, Bekleidung oder sonstige Einsatzmittel testen und fachlich diskutieren, bevor diese angeschafft werden.

Das Netzwerk Aufgabenkritik zeigt ebenso, wie positiv sich die Partizipation auf den Berufsalltag auswirkt: Hier können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Einhaltung des üblichen Dienstweges Innovationen und Vorschläge für Veränderungen einbringen. Dadurch sind viele wertvolle Ideen entstanden, allen voran die Entlastung bei der Begleitung von Schwertransporten durch sogenannte Hilfspolizeibeamtinnen und Hilfspolizeibeamte. Ein weiteres Beispiel ist der „Niedersachsen Messenger“, kurz NIMes, der ein innerhalb der Beteiligungsprozesse der Polizei vielfach geäußerter Wunsch der Beamtinnen und Beamten war und letztlich aus der Strategiearbeit hervorgegangen ist. NIMes ist ein moderner Messenger nur für die Polizeiangehörigen in Niedersachsen, der inzwischen intensiv von den Beamtinnen und Beamten genutzt wird. Pistorius: „Eine moderne Polizei benötigt zeitgemäße Kommunikationswege. Der Messenger ist ein sicheres und zukunftsfähiges Tool, das – auch auf den privaten Smartphones der Beamtinnen und Beamten – sicher, vor Eingriffen Dritter geschützt und zuverlässig betrieben werden kann. Die Polizei Niedersachsen ist hier als erste und bislang einzige Polizei in Deutschland ganz neue Wege gegangen.“

Die digitalen Assistenzsysteme zeigen, wie ernst die Polizei Niedersachsen die Digitalisierung nimmt: Mit dem von der Anwenderebene entwickelten „Cyberguide“ haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun ein Instrument, das ihnen bei der polizeilichen Aufnahme von Internetkriminalität und damit beim Anlegen von Strafanzeigen hilft. So werden sie bei dieser komplexen Rechtsmaterie mittels digitaler Assistenz von der Sachverhaltsaufnahme über die zutreffende strafrechtliche Einordnung bis zur Erstellung des dazugehörenden Ermittlungsvorganges zuverlässig angeleitet. Auf diese Weise kann nicht zuletzt wertvolle Zeit bei der Sachverhaltsaufnahme auch im Sinne der Bürgerinnen und Bürger eingespart werden. Mittlerweile vier Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter für den Ausbau der Künstlichen Intelligenz befassen sich in der Polizei Niedersachsen mit der Entwicklung neuronaler Netze, die den Menschen bei den zukünftigen Aufgaben unterstützen sollen.