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BDK Offensive: „Kriminalpolizei 2020“. Strategische Ausrichtung der Kriminalpolizei Sachsen-Anhalt

Im Juni 2019 gab es einen Strategieworkshop der Abteilungsleiterin 2 des Ministeriums für Inneres und Sport (MI), Frau Bergmann, mit den Leitern der Behörden und der Fachhochschule Polizei. Bei diesem Workshop wurde das vorrangige Ziel des MI benannt, die Personalsituation in der Landespolizei weiter zu verbessern. Im Strategiepapier wird vom derzeit geringsten Personalbestand seit Bestehen der Landespolizei ausgegangen und ein – zum Teil schon beschlossener – Aufwuchs des Personals auf bis zu 7.000 Vollzugsbeamte angekündigt.

Die Teilnehmer gingen beim Strategieworkshop davon aus, dass: „Vor dem Hintergrund der speziell in der Kriminalpolizei zu verzeichnenden Altersabgänge – vordergründig auch in den spezialisierten Bereichen – und des damit einhergehenden Bedarfs von Nachbesetzungen…“ eine strategische Ausrichtung konzipiert werden muss, … „um der Situation durch Erarbeitung von Maßnahmenpaketen zur Personal- und Kompetenzentwicklung in priorisierten Bereichen zu begegnen.“ (Strategiepapier MI) Dazu wurden im Ergebnis nachfolgende Vorhaben bestimmt:

Personalzuführung Kriminalpolizei
Ab 2019 werden alle Altersabgänge im Bereich der Kriminalpolizei über Ausschreibungsverfahren und Zuführungen von Absolventinnen und Absolventen von der Fachhochschule Polizei mittelbar ersetzt. Ab 2020 wird über die Altersabgänge hinaus Personal in die Kriminalpolizei zugeführt. Diese Überlegungen sind dezidiert mit einem Maßnahmenpaket hinterlegt, welches das gestellte Ziel ermöglichen soll.
Fachliche Personalentwicklungskonzeption Kriminalpolizei
Wissenstransfer
von „Alt“ auf „Jung“ muss gewährleistet werden dazu soll die Idee des „Bärenführers“ wieder Realität und Pensionärinnen und Pensionäre zudem für interne Fortbildungsmaßnahmen angeworben werden.
„Poolbildung von Experten”
Dem Wegfall von Spezialwissen ist durch behördenweite „Poolbildung von Experten” zu begegnen. Dazu ist kurzfristig zwischen den Polizeibehörden der Austausch von Personal im Rahmen von kriminalpolizeilichen BAO vorgesehen. Mittelfristig wird die Etablierung eines festen, fachlich qualifizierten Personalbestands angestrebt (MoKo, SoKo).“ (Strategiepapier MI)
Personalentwicklung in der Kriminalpolizei
„Das MI ist weiterhin daran interessiert, die Möglichkeit zu eröffnen, Seiteneinsteigerinnen bzw. Seiteneinsteiger in den Polizeivollzugsdienst einzustellen. Fachkarrieren werden unterstützt; der Dienstpostenplan lässt entsprechende Möglichkeiten zu. Dabei sollen auch Möglichkeiten zur Gewährung von Zulagen geprüft werden, um die Attraktivität dieses Weges zu erhöhen.“ … „In ausgewählten Bereichen (Brandursachen- oder Vermögensermittler, Sachbearbeiter Wirtschaftskriminalität usw.) ist eine nachhaltige Etablierung von Personal mit Spezialwissen unabdingbar für eine qualitativ hochwertige, effiziente und professionelle Polizeiarbeit. Dienstposten, die einer Spezialisierung bedürfen, werden rechtzeitig ausgeschrieben und hinsichtlich der notwendigen Maßnahmen der Aus- und Fortbildung berücksichtigt.“ (Strategiepapier MI)

Das sechzehn Seiten lange Strategiepapier geht im Weiteren auf die Neuausrichtung der Fortbildung für die Kriminalpolizei, die Ausrichtung der Kriminalpolizei auf die Zukunft sowie dem technologischen Wandel in der Polizei und die internationalen Zusammenarbeit ein. Auch zu diesen Themen werden wir – jedoch gesondert – berichten.

Aus Sicht des BDK hat das MI mit dem Strategieworkshop seine Hausaufgaben gemacht. Probleme sind richtig benannt und Lösungen klar bezeichnet. Nun braucht es die Umsetzung und Kontrolle!
Wer den Eindruck hat, dass das Strategiepapier vielen Arbeitsschriften des BDK gleicht, liegt unserer Meinung nach so falsch nicht. Offensichtlich waren die Teilnehmer hier gut in der polizeilichen Realität verortet.

Chapó!

Lob wem Lob gebührt.