Niedersachsens Innenminister stellt neue Ausrüstungsgegenstände und Einsatzmittel der Polizei vor

27. August 2019 | Themenbereich: Niedersachsen, Polizei | Drucken

Bei einem Pressetermin in der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (ZPD) in Hannover hat der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, heute (26. August 2019) neue Einsatzgeräte und Ausrüstungsgegenstände vorgestellt: „Die technische Entwicklung ermöglicht es uns, unsere Polizei immer besser und sicherer aufzustellen. Dabei spielt die Eigensicherung durch optimierte Schutz- und Funktionskleidung eine Rolle, genauso wie weiterentwickelte Einsatzmittel wie zum Beispiel Drohnen. Es ist uns wichtig, dass die niedersächsischen Polizistinnen und Polizisten ihre Erfahrungen aus ihren Einsätzen mit in diese Entwicklung einbringen und wir dadurch von ihrer Erfahrung profitieren.“

Neues Expertenteam für hochgefährliche Stoffe in der ZPD

Gemeinsam mit Christiana Berg, Polizeipräsidentin der ZPD, stellte Pistorius bei dem Termin eine neue Einheit zur Bearbeitung von Einsatzlagen mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Stoffen, kurz CBRN, vor. Pistorius: „Die Beamtinnen und Beamten der CBRN-Trupps wurden intensiv für den Umgang mit Gefahrstoffen sowie zum Tragen vom Atemschutz und Schutzanzügen geschult und unterstützen die Flächenbehörden und das Landeskriminalamt. Das sind echte Spezialisten auf ihrem Gebiet. Einsätze mit chemischen oder sogar nuklearen Stoffen sind hochgefährlich. Deswegen legen wir Wert darauf, dass die Beamtinnen und Beamten sich für die Herausforderungen in dieser Einheit freiwillig gemeldet haben. Dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken!“

Bislang erfolgte die Bearbeitung von CBRN-Lagen in den einzelnen Polizeidirektionen. Zukünftig werden alle derartigen Einsätze durch das Expertenteam der ZPD durchgeführt. „Damit konzentrieren wir die Expertise und entlasten gleichzeitig die Einsatz- und Streifendienste in der Fläche“, so der Innenminister.

Drohnen werden in der Polizeiarbeit immer wichtiger

Immer häufiger werden auch Drohnen im Rahmen polizeilicher Ermittlungen eingesetzt. Das Team UAS-Pol (Unmaned-Aerial-System-Polizei) der ZPD unterstützt die Ermittlerinnen und Ermittler in ganz Niedersachsen „von oben“. Anhand eines gestellten Verkehrsunfalls demonstrierten die Luftfahrzeugfernführer, wie beweissichere Luftbildaufnahmen mit den Drohnen erstellt werden und zukünftig zum Beispiel in Form von 3D-Modellen eine Rekonstruktion von Tatorten am Computer ermöglichen.

Die insgesamt acht Kolleginnen und Kollegen des Teams UAS-Pol werden mittlerweile mehrmals wöchentlich von den niedersächsischen Polizeibehörden angefordert. Pistorius: „Sie unterstützen zum Beispiel bei Brandermittlungen, Tatortaufnahmen oder auch bei der Suche nach vermissten Personen.“ Der Einsatz erfolgt dabei immer im Rahmen der strengen datenschutzrechtlichen Bestimmungen, wobei eine reine Beobachtung von Personen ausgeschlossen ist.

Technische Innovationen bei der Polizeibekleidung

Im Zuge des Termins äußerte sich der Innenminister auch zum Sachstand der Beschaffungsinitiative für die Polizei Niedersachsen mit innovativen Uniformteilen. Alle Ausstattungsgegenstände sind zuvor in unterschiedlichen Dienststellen im Rahmen von Trageversuchen sowohl auf ihre Zweckmäßigkeit und Praxistauglichkeit als auch auf ihren Tragekomfort hin erfolgreich getestet worden.

Die Softshelljacke mit der aktiven LED-Beleuchtung (blaue LED-Streifen) verbessert demnach die Eigensicherung der Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten (PVB), das Basecap unterstreicht die moderne und funktionale Uniform.

Auch das neue Poloshirt für die PVB wurde im Rahmen des Termins vorgestellt. Bei der Entwicklung und Produktion wurde ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit gelegt. Die verwendete Lyocell-Faser wird auf Basis von Eukalyptus gefertigt und ist als sogenannte Regeneratfaser besonders ressourcenschonend.

Zudem stellte Pistorius neue eigensichernde Ausstattungen vor wie z.B. den neuen ballistischen Schutzhelm und ballistische Unterziehschutzwesten mit Stichschutz. Die neuen Schutzhelme der Schutzklasse 1 schützen vor Schusswaffen bis Kaliber 9mm und auch vor Splittern wie z.B. bei einer Explosion. Viel Wert wurde auf das geringe Helmgewicht und den Tragekomfort gelegt. Als erstes Bundesland stattet Niedersachsen seine Polizei im täglichen Dienst auch mit ballistischen Visieren aus.

Die Unterziehschutzweste wird seit Ende 2018 mit einem integrierten Stichschutz ausgeliefert. Es handelt sich beim Stichschutz um ein Kettenringgeflecht, das vor der Ballistik integriert ist. Dadurch halten die Westen Stiche von alltäglichen Werkzeugen wie z.B. Einhandmesser, Taschenmesser, Klappmesser oder Küchenmesser aus. Bei der Entwicklung war es wichtig, dass die Weste nicht schwerer ist als der Vorgänger ohne den Stichschutz.

„Die Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen wird mit diesen Maßnahmen auf ein neues Level angehoben. Die täglichen Einsätze unserer Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten sind mitunter intensiv, und es kommt auch zu Körperkontakt mit Personen. Deswegen haben wir alles dafür getan, dass die Westen so sicher wie möglich und trotzdem komfortabel zu tragen sind“, sagte Pistorius bei der heutigen Vorstellung.