Weniger Unfälle im ersten Halbjahr 2019

20. August 2019 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres gesunken, ebenso die Zahl der Verletzten. Allerdings verzeichnet die Verkehrsunfallbilanz mehr Unfalltote.

„Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im ersten Halbjahr dieses Jahres erneut leicht zurückgegangen. Es gibt auch weniger verletzte Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Leider verzeichnet die Verkehrsunfallbilanz mehr getötete Menschen. Innenminister Thomas Strobl: „Der positive Trend von weniger Unfällen zeigt sich leider nicht bei den schweren Folgen. Zu viele Menschen lassen ihr Leben im Straßenverkehr. Dabei ist unser ambitioniertes Ziel klar. Wir wollen möglichst gar keine verletzten und getöteten Personen im Straßenverkehr.“

Zahl der Verkehrsunfälle sinkt leicht

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 von 159.347 auf 158.718 gesunken (-0,4 Prozent). Bei diesen Unfällen sind 18.064 Personen leicht verletzt (2018: 18.856; -4,2 Prozent), 3.758 Personen schwer verletzt (2018: 3.989; -5,8 Prozent) sowie 214 Menschen (2018: 211; +1,4 Prozent) getötet worden.

Ein Rückgang ist bei den Unfällen unter Beteiligung von Motorrädern (von 2.476 auf 2.107; -14,9 Prozent) festzustellen. „Leider spiegelt sich dieser Trend nicht in den Unfallfolgen wieder“, so Minister Strobl: „Im ersten Halbjahr 2018 sind 44 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer ums Leben gekommen. Jetzt müssen wir leider bereits 50 Tote registrieren. Das ist ein trauriger Anstieg um 14 Prozent. Wir werden deshalb unseren im vergangenen Jahr eingeschlagenen Weg unseres Fünf-Punkte-Plans zur Reduzierung von Motorradunfällen konsequent fortführen. Mit einer intensiven Überwachung, mit verstärkter Präventionsarbeit, kostenlosen Technikchecks, einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit und einer Entschärfung gefährlicher Strecken wollen wir diesem negativen Trend und den Folgen entschlossen entgegenwirken. Mit der Entwicklung der Zahl von tödlichen Motorradunfällen bin ich nicht zufrieden.“

Mehr Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer unter den Unfallopfern

Bei Unfällen unter Beteiligung von Fahrrädern oder Elektrofahrrädern ergibt sich ein ähnliches Bild: Zwar sind die Unfälle insgesamt auf 4.878 gesunken (-5,8 Prozent), es sind dabei jedoch 33 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (+18 Prozent) getötet worden. „Bei den getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern trugen mehr als zwei Drittel keinen Helm“, erklärte der Minister. Die Zahlen der Leichtverletzten (3.325, -6,0 Prozent) und Schwerverletzten (855, -6,0 Prozent) sind hingegen rückläufig.

„Die Schutzwirkung eines Fahrradhelms ist glasklar und unbestritten. Wir werden weiter für das Tragen des Fahrradhelms werben. Mit unseren Kampagnen ‚Schütze dein BESTES’ und ‚Helm tragen. Vorbild sein.’ wollen wir Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und Großeltern genau darauf aufmerksam machen. Jedem muss klar sein: Helme können Leben retten“, betonte Innenminister Thomas Strobl.

„Die Gefahren im Straßenverkehr sind allgegenwärtig und jedem bekannt. Die traurigen Spitzenreiter bei den Unfallursachen mit tödlichem Ausgang sind überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit, gefolgt von Vorfahrtsunfällen sowie der mangelnden Verkehrstüchtigkeit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Insgesamt verloren 109 Menschen ihr Leben, weil einer der Unfallbeteiligten betrunken war oder mit viel zu hoher Geschwindigkeit gefahren ist“, mahnte Innenminister Strobl.
Geschwindigkeitsverstöße als Unfallursache Nummer 1

„Deshalb beteiligten wir uns intensiv an der vom europäischen Verkehrsnetzwerk European Traffic Police Network (TISPOL) koordinierten Kontrollwoche Anfang Juni zum Thema ‚Alkohol’. Dabei konnten wir 385 Fahrerinnen und Fahrer unter Alkoholeinfluss feststellen. Bei der Kontrollwoche Ende Juli, die den Schwerpunkt auf die Geschwindigkeit gelegt hat, wurden 18.250 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Dabei mussten 405 Fahrerinnen und Fahrer ihren Führerschein abgeben“, sagte der Innenminister. Darüber hinaus beteiligte sich Baden-Württemberg am europaweiten „Speedmarathon“ Anfang April. „Allein an diesem Tag setzten wir für die Bekämpfung der Hauptunfallursache Nummer 1 mehr als 1.100 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte ein. Bei 173.000 gemessenen Fahrzeugen wurden insgesamt 7.730 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt“, erklärte Innenminister Thomas Strobl.