Übertarifliche Fachkräftezulage jetzt einführen

20. August 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

In ihrer Mai Sitzung fasste die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) den Beschluss, dass zukünftig eine übertarifliche Fachkräftezulage gezahlt werden kann. Der Beschluss ermöglicht den Ländern, in Anlehnung an die Regelung im Bund, die Zahlung einer Zulage von bis zu 1.000 Euro.
Ziel: Personalgewinnung und -Bindung
Die Zulage dient in erster Linie zur Gewinnung und Bindung von Ärzten, Beschäftigten im IT-Bereich sowie Ingenieuren. Seit langem forderte die GdP Mecklenburg-Vorpommern schon diese Zulage, da insbesondere die Gewinnung von Fachkräften -auch hier im Land- in den letzten Jahren immer schwieriger wurde. Die Länder sind in der Bezahlung weit hinter den Entgelten von Bund und Kommunen. Da der Bund schon vor Jahren entsprechende Maßnahmen ergriffen hat, wurde die Konkurrenzsituation immer prekärer.
In unserer Landespolizei bestehen seit geraumer Zeit erhebliche Probleme, Fachkräfte, insbesondere auf den Gebieten der Informationstechnik, des ärztlichen Dienstes und von Ingenieuren, zu gewinnen und zu halten.

Mecklenburg-Vorpommern muss reagieren

Die schwierige Bewerberlage, Abwanderungstendenzen und die die Altersstruktur sind auch bei uns schon länger bekannt. Die Landesregierung sollte sich an den Beschluss der TdL binden und endlich jetzt reagieren.
Spätes Erwachen
Der Vertreter der GdP MV in der Bundestarifkommission der GdP (Bund) Siegmar Brandt: „Schon im Vorfeld der letzten Tarifverhandlungen machten wir deutlich auf den Fachkräftemangel aufmerksam. Nun ist die TdL offensichtlich mit Alpträumen aufgewacht und sieht die Wahrheit. Wir fordern daher unsere Landesregierung auf, den Beschluss der TdL zügig umzusetzen!“

Eine Fachkräftezulage sollte gewährt werden, wenn dies zur Deckung des Personalbedarfs (bei neu eingestellten Beschäftigten) oder zur Bindung bereits vorhandener Fachkräfte bei Abwanderungsbestrebungen “im begründeten Einzelfall” erforderlich ist.

Wir werden weiterhin an der Sache dranbleiben.