Bundesligastart: Mehr Vereine aus NRW – mehr Risikospiele

15. August 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Zwei Tage vor Beginn der neuen Bundesligasaison mit zwei weiteren Vereinen aus NRW und damit auch mehr Risikospielen, fordert die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP) die Vereine auf, ihrer Verantwortung für die Sicherheit in den Stadien gerecht zu werden. Michael Mertens, Landesvorsitzender der GdP: „Dass Vereinen vom Land Nordrhein-Westfalen bisher keine Kosten für Fußballeinsätze in Rechnung gestellt werden ist richtig, denn nicht die Vereine sondern gewaltbereite Fußballchaoten sind die Ursache für personalintensive Polizeieinsätze. Im Gegenzug müssen die Vereine aber auch ihrer Verantwortung für die Sicherheit in den Stadien in stärkerem Maße gerecht werden. Strengere Einlasskontrollen, stringenteres Vorgehen gegen Hassparolen auf Bannern und gegen Pyrotechnik und die konsequente Ahndung von Verstößen gegen die Sicherheitsbestimmungen sind unerlässlich.“
In der kommenden Spielzeit wird die Zahl der Einsatzstunden wieder deutlich über 200 000 Stunden liegen, erwartet Mertens. „Wenn meine Kolleginnen und Kollegen dann mit hohem Aufwand außerhalb der Stadien die Sicherheit gewährleisten müssen, kann es nicht sein, dass in den Stadien Ordnungsdienste eingesetzt werden, bei denen die einzelnen Beschäftigten gerade einmal zehn Stunden geschult worden sind. Hier sparen die Vereine in unverantwortlicher Weise am falschen Ende. Selbst der DFB verlangt hier mit mindestens 22 Stunden deutlich mehr als die DFL“, so Mertens weiter.

Die Vereine müssen die Zuverlässigkeit der Ordnungsdienstbeschäftigten auch ausreichend prüfen. „Wenn zwei Sympathisanten der islamistischen Szene auch nur die Parkplätze eines Stadions sichern dürfen, zeigt dies, dass bei den Kontrollen nicht genau genug hingeschaut wurde. Hier sind die Vereine in der Pflicht.“

Mertens sieht die Vereine auch bei der Verhinderung von Hassbannern und Pyrotechnik in den Stadien gefordert: „Wer den Ultras Räumlichkeiten überlässt, ohne diese zu kontrollieren, leistet damit Vorschub für gefährlichen Pyroeinsatz in den Kurven und ermöglicht das Einschleusen von Bannern, mit denen Menschen verunglimpft und beleidigt werden. Dies hat in den Stadien nicht zu suchen!“