Städtebau kann Sicherheitsgefühl positiv beeinflussen

14. August 2019 | Themenbereich: Aktuell, Rheinland-Pfalz | Drucken

„Die Tendenz der Polizeilichen Kriminalstatistik für das laufende Jahr zeigt erfreulicherweise erneut in fast allen Deliktfeldern einen Rückgang der Kriminalität in Rheinland-Pfalz. Zudem hat sich die Aufklärungsquote noch einmal verbessert“, sagte Innenminister Roger Lewentz während der Eröffnung des Kongresses „Sicherheit und Stadtentwicklung“.

Nachdem im Jahr 2018 die niedrigste Fallzahl an Straftaten seit 1995 registriert werden konnte, setzt sich dieser Trend im ersten Halbjahr 2019 weiter fort und ist um weitere 3,4 Prozent rückläufig. Auch die Aufklärungsquote, die 2018 bei 63,7 Prozent lag und den höchsten Wert seit Einführung der bundeseinheitlichen Polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 1971 bedeutete, konnte im ersten Halbjahr 2019 weiter gesteigert werden.

In Kaiserslautern tauschten sich renommierte Experten aus dem Sicherheitsbereich und der Stadtplanung aus. „Eine nicht ausreichend beleuchtete Unterführung, ein dunkles und verwinkeltes Parkhaus oder eine Bushaltestelle, die von außen nicht optimal einsehbar ist, sind Beispiele für Orte, die durch ihre bauliche Struktur Ängste auslösen können“, so Lewentz. Würden diese Aspekte im Rahmen von Stadtentwicklungsmaßnahmen mitgedacht, könne dies neben guten statistischen Werten zu einem zusätzlichen positiven Sicherheitsgefühl beitragen.

Auch bei Großveranstaltungen rücken innovative Sicherheitslösungen immer mehr in den Fokus, angefangen bei der Beleuchtung über den Einsatz spezieller Technik wie dem mobilen Glasfaser-Netz für Sicherheitskräfte, das beim Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler im Einsatz war, bis hin zu transportablen Betonklötzen, die vor Überfahrten schützen. Im Sinne der Gefahrenvorsorge steht auch die Terrorabwehr, unter Zuhilfenahme der städtebaulichen Kriminalprävention, im Fokus von Politik, Polizei und kommunalen Gebietskörperschaften. „Die Terroranschläge der vergangenen Jahre stellen Städte vor neue Herausforderungen. Dadurch sind die Anforderungen an bauliche Präventionsmaßnahmen nochmals gestiegen“, so Lewentz.

Leben, Feste, Kultur und Sport im öffentlichen Raum sollen weiterhin ohne Einschränkungen möglich sein und das bei maximaler Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. „Kurzfristigen Lösungen müssen Präventionsmaßnahmen folgen, die nicht nur Veranstaltungen effektiv schützen, sondern möglichst auch im Sinne der städtebaulichen Kriminalprävention ins Stadtbild passen.“