Schlechte Nachrichten

7. August 2019 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, wenn die Meldung es auf die Titelseiten der Medien schaffen soll. Beim Thema „Polizei“ gibt es da zurzeit anscheinend Gedränge.

Und zwar in doppeltem Sinne: „Gefühlt“ immer öfter begegnet die Polizei einem Gegenüber, das auch mit anspruchsvollen Mitteln der Deeskalation nicht zu beeindrucken ist. Bedrohung, Widerstand und auch Messereinsatz bei geringsten Anlässen, Schüler versuchen einen alkoholisierten 15-Jährigen aus dem Polizeigewahrsam zu befreien, unterschiedliche größere Gruppen suchen sich Freibäder aus, um Macht zu demonstrieren.

Zweifellos: Die Anforderungen steigen, die Arbeitsverdichtung nimmt zu, Personalengpässe an allen Stellen, die „Neuen“ kommen nach Ende ihres Studiums nicht in der benötigten Anzahl an: Der Dienst wird immer anstrengender. Entsprechend steigt der Stresspegel.

Auch Berichte über Vorkommnisse innerhalb der Polizei schafften es auf die Titelseiten, seien es verschwundene Akten, Videosequenzen mit anscheinend überhartem Durchgreifen oder Fernsehreportagen mit möglichem Versagen bei Ermittlungen.

Es gilt, Lösungen zu finden. Niedrigschwellig schon auf Hasspostings reagieren, bereits hier präventiv und repressiv auf mehr Respekt anderen gegenüber dringen? Mehr Polizei, um schon durch Präsenz Eskalationen früh unterbinden zu können – aber auch, um Überlastung als mögliche Ursache für Fehlverhalten zu reduzieren?

Es reicht nicht, Geschehenes zu verurteilen. Rückschlüsse ziehen und Handeln ist angesagt.