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Effektiv gegen Waldbrände: Minister Pistorius nimmt an Übung in Amelinghausen teil

Die niedersächsischen Feuerwehren waren durch Waldbrände in den vergangenen Monaten sehr stark gefordert. Tatkräftig haben mehrere Wehren auch andere Bundesländer wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bei der Brandbekämpfung unterstützt. Auf seiner Sommerreise hat der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, in Amelinghausen bei der Nachstellung eines Waldbrandszenarios erlebt, wie professionell sich die Feuerwehren für derartige Einsätze vorbereiten.

„Die hier von der Feuerwehr Amelinghausen gezeigte Einsatztaktik beim Vorgehen im Waldbrandeinsatz ist beeindruckend. Die Brandbekämpfung in den Waldflächen ist harte körperliche Arbeit, die von den Feuerwehrangehörigen viel abverlangt. Durch die Kombination aus Brandbekämpfung am Boden und Einsatzunterstützung oder auch Wasserabwurf aus der Luft verfügt die Einsatzleitung über verschiedene taktische Maßnahmen, um Waldbrände effektiv bekämpfen zu können. Ich habe höchsten Respekt vor dieser Aufgabe“, sagte Minister Pistorius. Um eine effektive Brandbekämpfung sicherzustellen, hat sich Pistorius als Sprecher der SPD-geführten Innenressorts für eine stärkere länderübergreifende Zusammenarbeit ausgesprochen. Dazu zähle auch, dass sich der Bund insbesondere im Bereich der Kapazitäten für luftgebundene Waldbrandbekämpfung stärker engagiere und Deutschland auf europäischer Ebene kooperiere, so Pistorius.

Die Bewältigung von Waldbränden erfordert ein hohes Maß an Vorbereitung, Material, Fahrzeugen, Geräte und gut ausgebildete Einsatzkräfte. Damit dies gelingt, verfügt Niedersachsen über einen leistungsfähigen Ansatz zur Waldbrandüberwachung und -bekämpfung. Es fußt auf den starken Kapazitäten der öffentlichen Feuerwehren und bezieht darüber hinaus die niedersächsischen Landesforsten, die Waldbesitzer, das Ministerium für Inneres und Sport, das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie die Bundespolizei, die Bundeswehr und private Hubschrauberbetreiber mit ein, aber auch die regionalen und überregionalen Wetterdienste.

Besonders betroffene Gebiete mit einer mittleren und hohen Waldbrandgefährdung ist das ostniedersächsische Tiefland mit einem mittleren bis hohen Waldbrandrisiko. Ursache sind, neben den geringen Niederschlägen, Böden mit hoher Wärmeleitfähigkeit und geringem Wasserhaltevermögen, die Streu- und Humusauflagen leicht austrocknen lassen. Großflächig auf solchen Böden stockende Kiefernbestände sind durch eine leichte Entzündbarkeit hochgradig brandgefährdet.

Aufgrund ihres harz- und terpenhaltigen Holzes gehört die Kiefer mit ihrem niedrigen Brennpunkt zu den am stärksten brandgefährdeten Baumarten. Der Waldanteil liegt hier mit 41 Prozent höher als in anderen Landesteilen, mit einem Nadelwaldanteil von 70 Prozent. Davon sind über 54 Prozent die am stärksten waldbrandgefährdete Baumart Kiefer.

Das Innenministerium hat jüngst die digitalen Waldbrandeinsatzkarten in diesem besonders betroffenen Bereich aktualisiert. Damit liegen den Feuerwehren Karten vor, die bei der Einsatzvorbereitung und im Einsatz selbst wichtige Informationen liefern. Das Land Niedersachsen wirkt in den auf Bundesebene arbeitenden Gremien zum Waldbrandschutz intensiv mit.