Neue „Wegweiser“-Beratungsstelle in Hagen eröffnet

23. Juli 2019 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Nordrhein Westfalen | Drucken

 

In Hagen hat Minister Herbert Reul am Montag (22. Juli 2019) eine neue „Wegweiser“-Beratungsstelle für Hagen, den Ennepe-Ruhr-Kreis und den Märkischen Kreis eröffnet. „Wir müssen den islamistischen Rattenfängern das Wasser abgraben. Deshalb gilt: Aufklärung statt Hass. Offene Wege statt Sackgassen. Und eben Ausstieg vor dem Einstieg“, so der Minister. „Wegweiser“ ist das Präventionsprogramm des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes. Es soll verhindern, dass Jugendliche in die salafistische Szene abrutschen. „Bei ‚Wegweiser‘ geht es um unser aller Sicherheit. Darum, die Menschen in Nordrhein-Westfalen vor Angriffen auf unsere Lebensart zu schützen. Eigentlich in ganz Deutschland und Europa, denn der Terror schert sich nicht um Grenzen“, sagte Reul. Träger der Beratungsstelle mit derzeit drei Beratern ist die Arbeiterwohlfahrt.

„Gewaltbereiter Salafismus fordert uns und wir müssen diesen sehr ernst nehmen, damit wir einer Radikalisierung von Kindern und Jugendlichen rechtzeitig und effektiv begegnen. Das Projekt ‚Wegweiser‘ mit seiner zentralen Anlaufstelle in Hagen ist dabei ein wichtiger weiterer Baustein in unserer präventiven Arbeit“, sagte Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Mit der „Wegweiser“-Anlaufstelle in Hagen sind 19 Beratungsstellen aktiv. Insgesamt soll „Wegweiser“ landesweit mit 25 Anlaufstellen präsent sein, der Start von weiteren sechs wird aktuell vorbereitet.

Seit dem Start im Jahr 2014 haben die „Wegweiser“-Beraterinnen und Berater fast 900 Jugendliche und junge Erwachsene betreut. In 80 bis 90 Prozent der Fälle wurden die Betroffenen erreicht, Extremismus spielte in ihrem Denken danach nur noch eine untergeordnete Rolle. „Sie können den Erfolg präventiver Maßnahmen kaum messen. Sie können nicht sagen, ob ein Jugendlicher, der mit ‚Wegweiser‘ in Kontakt gekommen ist, sich sonst radikalisiert hätte“, sagte Reul. „Es ist aber unsere Pflicht, ihnen eine Zukunft aufzuzeigen, die nicht in den Abgrund führt. Wir müssen ihnen klarmachen, dass es sich lohnt, in dieser Gesellschaft zu leben und nicht, sie zu bekämpfen. Und wir müssen ihnen zeigen, dass wir sie brauchen, dass sie uns wichtig sind“, so der Minister.