„Cyber-Bedrohungen gehen uns alle an“

10. Juli 2019 | Themenbereich: Aktuell, Hessen | Drucken

Dr. Stefan Heck, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, hat die Abschlussveranstaltung des Hessisch-Israelischen Partnership Accelerator (HIPA) für Cybersicherheit in Frankfurt besucht und die Bedeutung von Kooperationen auf dem Gebiet der Cybersicherheitsforschung hervorgehoben. Im Rahmen von HIPA arbeiten junge deutsche und israelische Cybersicherheitsexpertinnen und -experten des Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt und der Hebrew University in Jerusalem (HUJI) zusammen.

„Es freut mich, dass sich junge Menschen aus Israel und Deutschland im Bereich der Cybersicherheit engagieren und über das Programm ihr Knowhow erweitern und die Forschung voranbringen. Cyber-Bedrohungen gehen uns alle an. Für Bürger-, Wirtschafts- und Behördendaten muss in unserer digitalen Welt ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährleistet werden. Hessen hat mit dem im Frühjahr eröffneten Cyber Competence Center, kurz Hessen3C, einen Knotenpunkt für Verwaltung, Sicherheitsbehörden sowie Kommunen und Wirtschaft geschaffen. Dort wird die gesamte IT-Expertise des Landes gebündelt und das im 24/7-Betrieb. In einer immer stärker vernetzten virtuellen Welt sind wir auf gut ausgebildeten Nachwuchs sowie auf Partnerschaften im Bereich Cybersicherheit angewiesen, die uns dabei helfen frühzeitig Bedrohungen zu erkennen und unsere Daten vor Manipulation oder Spionage schützen“, betonte Staatssekretär Dr. Stefan Heck.

Cybercrime, Cybersecurity und Cyberintelligence

Hessen3C bietet eine Plattform und einen Rahmen für die strukturierte Zusammenarbeit kompetenter Cybersicherheitsspezialisten aus den Bereichen Cybercrime, Cybersecurity und Cyberintelligence. Sie arbeiten zusammen in einer Organisationseinheit und beziehen dabei die fachlich oder örtlich zuständigen Stellen gezielt mit ein. Die Mitarbeiterschaft besteht aus Fachleuten des Computer Emergency Response Teams (CERT-Hessen), der hessischen Polizei und des Landesamts für Verfassungsschutz. Täglich erstellen die IT-Spezialisten ein behördenübergreifendes Cybersicherheitslagebild. Soweit Bedrohungen akut sein sollten, werden die Partner aus der Landes- und Kommunalverwaltung umgehend mittels eines Warn- und Informationsdienstes unterrichtet.

„Durch die großen Potentiale im Cyberraum steigen auch die digitalen Bedrohungen für Unternehmen, zum Beispiel in Form organisierter Cyberkriminalität. Wenn Kriminelle ihre Kommunikationswege zunehmend digital verschlüsseln, brauchen unsere Sicherheitsbehörden Spezialkenntnisse im Bereich Kryptographie und darüber hinaus die geeigneten Instrumente, um solche Daten zu decodieren. Deshalb stärken wir unsere Sicherheitsbehörden und geben ihnen die richtigen Werkzeuge an die Hand“, so Dr. Stefan Heck.

Hintergrund
Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT und die Hebrew University of Jerusalem HUJI in Israel haben 2017 in Jerusalem den Hessisch-Israelischen Partnership Accelerator (HIPA) für Cybersicherheit gestartet. HIPA unterstützt Start-Ups aus dem Bereich der Cybersicherheitsforschung. Im Rahmen des Programms entwickeln junge deutsche und israelische IT-Expertinnen und -Experten in gemischten Teams Lösungen für aktuelle Cybersicherheitsherausforderungen.