Erfolgreiche Suchtbehandlung von Gefangenen schützt die Gesellschaft

27. Juni 2019 | Themenbereich: Justiz, Schleswig-Holstein | Drucken

Schleswig-Holsteins Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack hat sich heute (26. Juni) in Berlin mit Experten über die Themen “Umgang mit Drogen in Haft“ sowie “Behandlung von Sucht und Infektionskrankheiten in Haft und Übergangsmanagement” ausgetauscht. Auf einer gemeinsam mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, ausgerichteten Veranstaltung sagte sie: “”In allen Justizvollzugsanstalten bundesweit nimmt die Sucht eines Gefangenen eine zentrale Rolle in dessen Vollzugsverlauf ein. Wir wissen, dass eine Suchterkrankung ein erheblicher Risikofaktor für die Begehung neuer Straftaten sein kann. Um neue Straftaten während der Haft und nach der Entlassung aus der Haft zu verhindern, müssen wir also insbesondere die Suchtproblematik aufarbeiten. Daher erfolgen zügig Drogenscreenings, medizinische Untersuchungen, die Aufnahme in das Substitutionsprogramm, die Kontaktaufnahme zur Drogenberatung sowie Therapieanbahnungen. Zudem leiten wir frühzeitig in das Übergangsmanagement ein.”

“Damit wollen wir den Weg in eine stabile und geordnete Entlassungssituation ermöglichen. Das hilft den Gefangenen sowie der Allgemeinheit und erspart potentiellen Opfern neuer Straftaten viel Leid””, so Sütterlin-Waack.

Marlene Mortler betonte: “”Haftanstalten verdienen viel größere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, vor allem aber auch der Politik – ganz besonders, wenn es um das Thema Drogen geht. Die Zeit der Inhaftierung bietet eine ernsthafte Möglichkeit, Menschen für Suchtprobleme zu sensibilisieren und zu behandeln. Das beginnt bei einer guten Präventionsarbeit und reicht bis zu guten Maßnahmen der Schadensbegrenzung und Behandlung. Ein Thema liegt mir hierbei aber ganz besonders am Herzen: Ein gutes und stabiles Substitutionsangebot in und außerhalb der Haftanstalten. Denn, Substitution kann Leben retten! Wichtig ist hierbei auch die Weiterführung begonnener Substitutionstherapien bei Haftantritt und -entlassung. Dafür brauchen wir ein funktionierendes Übergangsmanagement. Ich freue mich sehr, dass es bei diesen Themen gerade viel Bewegung und eine ganze Reihe guter Initiativen gibt””, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.