Nicht zielführend und eine Katastrophe für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

24. Juni 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

 

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beobachtet mit Sorge die öffentliche Diskussion, nach der der Neubau des Landeskriminalamts (LKA) offenbar kleiner ausfallen soll als erforderlich und sich Baustart und Inbetriebnahme erneut verzögern. „Das wäre ein weiteres trauriges Kapitel in dem jahrzehntelang andauernden Hickhack um den LKA-Neubau. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre das eine Katastrophe“, sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Jörg Mildahn.
Er erläuterte, dass zum Beispiel das Gebäude des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) bereits jetzt derart veraltet und marode sei, dass es den Beschäftigten kaum noch zuzumuten sei, dort zu arbeiten. „Wenn der Neubau jetzt noch weitere Jahre auf sich warten lässt, dann muss zwingend zunächst in die bestehenden Liegenschaften investiert werden, um hier eine einigermaßen akzeptable Arbeitsumgebung zu schaffen“.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist eine erneute Hängepartie eine Katastrophe: „Seit Jahrzehnten schon wird der Neubau immer wieder geplant und immer wieder auf Eis gelegt. Dass hier erneut Abstriche gemacht werden sollen, ist aus unserer Sicht ein Zeichen der Geringschätzung der Kolleginnen und Kollegen. Die zum Teil hochspezialisierten Beschäftigten des LKA, die für die gesamte niedersächsische Polizei aktiv sind, brauchen jedoch vernünftige Rahmenbedingungen“.

Im Moment ist offenbar vorgesehen, die Neubau-Pläne an die zur Verfügung stehende Summe von 128 Millionen Euro anzupassen. Ein kleineres Gebäude könne aus polizeistrategischer Sicht aber nicht zielführend sein, ergänzte Mildahn. Die Zusammenführung der unterschiedlichen Standorte des LKA sowie die Einrichtung eines neuen, modernen KTI seien längst überfällig: „Wir müssen uns zudem auf Veränderungen bei der Sicherheitslage einstellen und gegebenenfalls weitere Aufgaben beim LKA ansiedeln. Das bedeutet, dass wir mehr Personal brauchen, und das wiederum braucht entsprechend Platz.“