Kriminaltechnische Untersuchungsstelle muss ihr Labor zur Untersuchung von Betäubungsmitteln sofort schließen

12. Juni 2019 | Themenbereich: Bremen, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

1Nachdem Mitarbeiter*Innen des K12/KTU, die im Labor zur Untersuchung von Betäubungsmitteln tätig sind, über gesundheitliche Probleme wie Atembeschwerden, allergische Ausschläge und Nasenbluten klagten, wurde das Labor mit sofortiger Wirkung für die Untersuchung von größeren Mengen BtM geschlossen.

Im Labor wurden neben den Untersuchungen von Kleinstmengen BtM auch sichergestellte Pflanzen aus aufgebrachten Indoorplantagen untersucht. Diese Pflanzen wurden im Labor mittels eines Schnetzelwerks unter einer Abzugsanlage zerkleinert. Neben den gesundheitlichen Beschwerden wurden auch Staub- und Schwebeteilchen in der Raumluft beobachtet. Offenbar ist die derzeitige Abzugseinrichtung nicht in der Lage, die Raumluft von diesen Bestandteilen frei zu halten.

In diesem Zusammenhang wurde auch hinterfragt, mit welchen `Aufzuchtmitteln´ heutige Indoorplantage betrieben werden. Bekannt ist, dass die heutzutage geernteten Pflanzen einen wesentlich höheren Wirkstoffgehalt enthalten als Pflanzen, die noch vor zehn Jahren `angebaut´ wurden. Ergebnis: die Täter von heute nutzen natürlich auch die Möglichkeiten von heute: es werden entsprechende Hormon-, Dünge- und Pestizidmittel eingesetzt, um einen entsprechenden Wirkstoffgehalt und Pflanzenausbeute erzielen zu können. Diese Mittel werden in den Pflanzen gespeichert und bei der weiteren Verarbeitung in der KTU (und im Verbrauch bei `Endnutzer´) wieder freigesetzt.

Nach Bekanntwerden dieser Umstände hat die Direktionsleitung sofort reagiert und das Labor der KTU mit sofortiger Wirkung geschlossen sowie auch einen Abbau von aufgefundenen Indoorplantagen eingestellt, da es auch hier gesundheitliche Beschwerden von Kolleg*Innen gab.

Der BDK LV Bremen fordert, dass die KTU und auch der Abbau von Indoorplantagen erst wieder aufgenommen werden darf, wenn durch arbeitsmedizinische Schutzmaßnahmen sichergestellt ist, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung der beteiligten Kolleg*Innen ausgeschlossen ist.”