Polizei ist schön und Ländersache: IT auch?

7. Juni 2019 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Niedersachsen macht sich auf den Weg, zusammen mit wenigen anderen Landespolizeien ein zukunftsfähiges Vorgangsbearbeitungssystem zu entwickeln. Ein Kraftakt, aber es gehe nicht anders, so ein Projektverantwortlicher. Und was machen die anderen?

Am 30.11.16 wurde in der „Saarbrücker Agenda“ der Entschluss gefasst, eine gemeinsame, moderne, einheitliche Informationsarchitektur für die Polizeien in Bund und Ländern zu schaffen: Projekt „Polizei 2020“, das „IT-Haus der Polizeien“ Wo bleibt eine bundesweite Koordinierung?

Nordrhein-Westfalen hat gerade das neue System „ViVA“ eingeführt, es sei lt. BKA kompatibel mit dem geplanten „IT-Haus“. Braucht Niedersachsen dann wirklich noch ein eigenes?

Die Polizei Niedersachsen testet derzeit die Software KNIME zur Analyse von Massendaten im Rahmen von Ermittlungsverfahren – die hessische Polizei entwickelte für identische Aufgaben das Programm „hessenDATA“.

Niedersachsen hat den Polizei-Messenger „NIMes“ eingeführt – Rheinland-Pfalz nutzt „pomMES“, Hamburg „Messenger24″, Hessen „HePolChat“ und Nordrhein-Westfalen erhält demnächst ebenfalls einen eigenen Messenger. Bayern nutzt einen Messenger schon seit 2017…

Als würde IT an den Landesgrenzen Halt machen.

Bereits mit der Eigenentwicklung „Nivadis“ blieb Niedersachsen vor vielen Jahren auf einem Vorgangsbearbeitungssystem alleine sitzen – kommt jetzt die nächste teure Fehleinschätzung? Verschwinden hier die zur Sanierung maroder Polizeigebäude dringend benötigten Finanzmittel?