Brandenburgischer Präventionspreis 2019

6. Juni 2019 | Themenbereich: Aktuell, Brandenburg | Drucken

Der Brandenburgische Präventionspreis 2019 geht an Schülerinnen und Schüler der Grundschule „Am Wasserturm“ Dallgow-Döberitz (Landkreis Havelland), der Oberlinschule Potsdam und der Schmellwitzer Oberschule Cottbus. Ihre Projekte wurden heute in Potsdam ausgezeichnet. Außerdem wurden zwei Anerkennungspreise vergeben. Diese gingen an die Regenbogen-Grundschule Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) und „Die Mitmachmädels“ aus Potsdam. Alle Projekte befassen sich mit Problemen wie Gewalt, Kriminalität, Mobbing, Ausgrenzung oder Respektlosigkeit an Schulen und wurden von einer Fachjury bewertet.

Innenminister Karl-Heinz Schröter, Vorsitzender des Landespräventionsrates, betonte aus Anlass der Preisverleihung: „Unsere Kinder und Jugendlichen sollen in gegenseitigem Respekt und ohne Kriminalität aufwachsen. Es ist unsere Aufgabe, sie vor Mobbing, Gewalt und Hass zu schützen und sie im Kampf dagegen stark zu machen. Dabei ist Prävention der Schlüssel zum Weg. Der Brandenburgische Landespräventionsrat leistet dabei mit seinen Partnern hervorragende Arbeit. Auf der Suche nach neuen Präventionsansätzen richtete sich die Ausschreibung zum Brandenburgischen Präventionspreis 2019 an Schüler. Die zahlreichen ideenreichen Bewerbungen zeigen, dass sie sich an ihren Schulen nicht nur ernsthaft mit diesen Problemen auseinandersetzen, sondern auch Lösungen kennen, um Gewalt, Mobbing und Hass vorzubeugen. Das ist vorbildlich und sollte Schule machen.“

Der Preis wurde in diesem Jahr zum 15. Mal vergeben. In der Geschäftsstelle des Landespräventionsrates gingen insgesamt 17 Bewerbungen ein.

Die Preisträger:

Theater AG der Gesamtschule „Am Wasserturm“ Dallgow-Döberitz

Mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro wird ein Theaterstück von Viert- bis Sechstklässlern prämiert, das sich mit den Gefahren des Internets und der sozialen Netzwerke beschäftigt. In einem konstruierten Konflikt werden verschiedene Sichtweisen und Lösungen, wie Aufklärung über Gefahren durch Experten, Einbeziehung der Eltern/Polizei und dem Schutz von Kindern durch entsprechende Programme aufgezeigt. Dieser Beitrag wurde mit Abstand von allen Jurymitgliedern zur besten Bewerbung erklärt.

Oberlinschule Potsdam

Im Mittelpunkt der Bewerbung einer 10. Klasse steht ein Videoprojekt zum Thema „Verrohte Sprache – verrohte Menschen?“. Dieses wurde über mehrere Wochen fächerübergreifend an der Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „körperliche und motorische Entwicklung“ durchgeführt. Der eingereichte Film verdeutlicht in Ausschnitten die sehr intensive Beschäftigung der Schüler mit dem Thema. Er enthält Interviews, beispielsweise mit der Schulpsychologin und einem Kriminologen zu den Themen Hatespeech, Cybermobbing und Cyberkriminalität. Gespielte Szenen und ein Mobbingvorfall ergänzen den Beitrag.

Das entstandene Video könnte in Schulen und Bildungseinrichtungen als Informations- und Aufklärungsvideo verwendet werden. Die Jury war von der Umsetzung des Themas beeindruckt. Das Preisgeld beträgt 2.000 Euro.

Schmellwitzer Oberschule Cottbus

Schüler der 7. und 8. Klassen der Schmellwitzer Oberschule Cottbus, einer Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt „Lernen“, setzen sich in ihrem Projekt nachhaltig damit auseinander, Jugendkriminalität zu vermeiden. Dabei haben sie auch Erfahrungen von Mitschülern einfließen lassen, die selbst durch Straftaten aufgefallen beziehungsweise Opfer einer Straftat geworden sind. Für ihr Projekt fanden sie Kooperationspartner, die zu den Themen Jugendstrafrecht, Rechtskunde und Mobbing mit den Schülern das Gespräch und die Diskussion suchten. Dazu gehörten unter anderem das Landgericht Cottbus, die Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße, die Justizvollzugsanstalt Wriezen, die Schulsozialarbeit Cottbus und das Piccolo-Theater. Für ihr Projekt erhielten sie ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.
Anerkennungspreise

Die Regenbogen-Grundschule Senftenberg bewarb sich mit dem Projekt „Contigo – Schule ohne Mobbing“. Es ist ein langfristig angelegtes Präventionsprojekt, für das die Schule im November 2017 das gleichlautende Zertifikat erhielt. Voraussetzung ist hierbei die Erfüllung von 20 Kriterien. Neben extra geschulten Lehrkräften hat sich an der Schule eine Contigo-Elterngruppe und eine Contigo-Schülergruppe gefunden, die sich in regelmäßigen Abständen über das Klassen- und Schulklima und eventuelle aktuelle Mobbingfälle an der Schule austauschen und von der Schulsozialarbeiterin unterstützt werden.

„Die Mitmachmädels“ sind drei Schülerinnen der elften Klasse aus verschiedenen Potsdamer Schulen, die einen Sportworkshop für deutsche und geflüchtete Mädchen zur Vorbeugung von Respektlosigkeit und Gewalt durchführen. Das Ziel ist es, geflüchtete Mädchen in Potsdam zu integrieren, sie durch gemeinsames Training mit Potsdamerinnen in Kontakt zu bringen und ihnen Ansprechpartner von Vereinen vorzustellen, wenn sie regelmäßig weitertrainieren wollen. Der Schwerpunkt des Workshops liegt bei Teamsportarten, die in den Herkunftsländern oft nur Jungen zugänglich sind. Vermittelt werden aber auch wichtige Regeln, wie Fair Play und Respekt, die nicht nur im Sport, sondern auch im Leben wichtig sind.