Mehr Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt im ländlichen Raum

4. Juni 2019 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Innere Sicherheit | Drucken

Um Kinder im ländlichen Raum besser vor sexueller Gewalt zu schützen wurden bundesweit drei Projektpartner für eine spezialisierte Fachberatung ausgewählt. Eine davon ist die Fachberatungsstelle Brennessel e.V. aus Ravensburg, die jetzt als Ratgeber der Kommission Kinderschutz fungiert.

Die Fachberatungsstelle Brennessel e. V. in Ravensburg wurde bundesweit als einer von drei Projektpartnern für eine spezialisierte Fachberatung gegen sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend in ländlichen Regionen ausgewählt. „Ich freue mich sehr, dass Brennessel e. V. von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und dem Unabhängigen Missbrauchsbeauftragten Johannes-Wilhelm Rörig als Modellpartner ausgewählt wurde“, sagte Minister Manne Lucha anlässlich der jüngsten Sitzung der Kommission Kinderschutz in Stuttgart.

Kinderschutz im Land weiterentwickeln

„In Baden-Württemberg nehmen wir unseren Schutzauftrag sehr ernst und sehen es als dringliche Aufgabe, den Kinderschutz stetig weiterzuentwickeln. Umso mehr freut es mich, dass Brennessel e. V. neben weiteren spezialisierten Fachberatungsstellen als Ratgeber der Kommission Kinderschutz zur Verfügung steht“, erklärte Lucha.

Lucha begrüßte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den jüngsten Vorstoß der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Kinderrechte nun endlich im Grundgesetz zu verankern. „Das ist der richtige Weg, um die rechtliche Position von Kindern und das Kindeswohl zu stärken, den Schutz vor Gewalt zu verbessern und die Meinung von Kindern stärker in staatliches Handeln einzubeziehen“, so Lucha abschließend.

Bundesweites Modellprojekt „Wir vor Ort gegen sexuelle Gewalt“

Das Modellprojekt „Wir vor Ort gegen sexuelle Gewalt“ wurde von der Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und dem Unabhängigen Beauftragen für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig ins Leben gerufen. Bis 2021 sollen in acht ländlichen Regionen Strategien entwickelt werden, um Fachberatungen vor Ort zu etablieren, die Schutz und Hilfe bei sexualisierter Gewalt weiter verbessern. Bisher sind drei Projektpartner für das Modellprojekt ausgewählt. In der zweiten Projektphase ab Januar 2020 werden fünf weitere Projektpartner einbezogen.