Verstärkte Cybersicherheitsmaßnahmen in der Landesverwaltung

21. Mai 2019 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Niedersachsen | Drucken

Die Schadsoftware „Emotet“ wird seit längerer Zeit von unbekannten Tätern mit aufdringlichen E-Mail-Kampagnen verbreitet und sorgt bundesweit immer wieder für Aufsehen. Gefälschte E-Mails im Namen von Freunden, Nachbarn oder Kollegen gefährden ganze Netzwerke. Der Trojaner sammelt unbemerkt Informationen aus E-Mails und Kontakten, um neue Opfer zu finden und auszuspähen. „Emotet“ gilt als eine der größten Bedrohungen durch Schadsoftware weltweit und verursacht auch in Deutschland aktuell hohe Schäden.

In der vergangenen Woche hat „Emotet“ neue Eigenschaften angenommen, die nun ein entschiedenes Handeln erfordern. Denn der Trojaner ändert ständig seine Gestalt, weshalb ihn Virenschutzprogramme alleine nicht mehr zuverlässig erkennen können. Daher hat Niedersachsen auch für die allgemeine Verwaltung zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen, um den Abfluss von E-Mails, Kontakt-Daten etc. zu verhindern. Besonders sensible Bereiche wie beispielsweise Polizei und Justiz sind mit ihrer IT-Sicherheitsstruktur bislang nicht betroffen.

Der für die Cybersicherheit zuständige Staatssekretär im Innenministerium, Stephan Manke, sagt: „Gemeinsam mit dem BSI hat unser N-CERT Ende letzter Woche eine neue Qualität der Bedrohung für die Landes- und Kommunalverwaltung ausgemacht. Bevor Schäden dieses hinterhältigen Trojaners für die Handlungsfähigkeit der Verwaltung eintreten, haben wir sofort und vorsorglich weitere Sicherheitsmaßnahmen scharf geschaltet, damit wir auch weiterhin gut vor den Machenschaften von Hackern geschützt sind.“

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat am Freitag letzter Woche mit seinem „Ratgeber Internetkriminalität“ die Öffentlichkeit über diese Schadsoftware informiert (www.polizei-praevention.de). Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Allianz für Cybersicherheit, in der auch Niedersachsen vielfach vertreten ist, bieten für Bürgerinnen, Bürger sowie Unternehmen Informationen zum Schutz vor dieser Schadsoftware, siehe https://www.allianz-fuer-cybersicherheit.de/ACS/DE/Micro/E-Mailsicherheit/emotet.html.

Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport hat in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um der stets gestiegenen Gefährdungslage durch Hackerangriffe zu begegnen. Täglich setzen sich die IT-Sicherheitsexperten im gesamten Innenressort und auch in anderen Bereichen mit neuen Angriffsmethoden, neuen Abwehrmechanismen und neuen Technologien auseinander, um die Sicherheit der Daten in der Landes- und Kommunalverwaltung zu gewährleisten. Dabei arbeiten das Niedersächsisches Computer-Emergency-Response Team (N-CERT) mit den Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eng zusammen. Das BSI berichtet über etwa 800 Millionen Schadprogramme – und jeden Tag kommen 390.000 neue dazu.