Land Baden-Württemberg hat frühe Hinweise der Gewerkschaft der Polizei ignoriert

15. Mai 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Hans-Jürgen Kirstein, zeigt sich wenig überrascht,dass das Ergebnis des Polizeizuwachses mager aussieht.
Die Gewerkschaft der Polizei hatte schon in den Jahren, als die beteiligte Regierungspartei noch alleinzuständig war und das Personal bei der Polizei abgebaut hat, auf diesen großen Fehler hingewiesen.

„Dass dieser Fehler aus der Vergangenheit, nur wenige Polizeibeamtinnen und –beamte auszubilden, nicht kurzfristig wieder gutzumachen war, muss jedem der Verantwortung trägt, bewusst gewesen sein“, so Kirstein heute in Stuttgart.

„Wenn es nur wenige Polizeivollzugsbeamte mehr als im Jahr 2016 sein werden, zeigt dies deutlich auf, dass der Polizeiberuf nicht mehr so attraktiv zu sein scheint“, ergänzt Kirstein.

Es überrascht nicht, wenn prognostizierte Zahlen nicht erreicht werden. Kirstein erinnert an den Sicherheitsplan II aus den 70iger Jahren, welcher die benötigte Polizeistärke für Baden-Württemberg festgelegt hat. Diese Polizeistärke wurde in keinem einzigen Jahr erreicht. Das bedeutet, die Polizei in Baden-Württemberg war schon immer chronisch unterbesetzt und ist es immer noch.

Auf Nachfrage begründet Kirstein, dass es auch an der wenig gerechten Bewertung der Polizistinnen und Polizisten läge, wenn das Interesse von qualifizierten Bewerbern zurückgeht. Die Wirtschaftslage ist derzeit nicht schlecht und somit wird, wie meistens, der öffentliche Dienst den Kürzeren ziehen, wenn nicht sofort gegengesteuert wird.
Deswegen spricht sich die Gewerkschaft der Polizei dafür aus, die Entlohnung der Polizeibeschäftigten zwingend anzupassen. „Es könne nicht sein, dass ein Sachbearbeiter/eine Sachbearbeiterin z. B. bei der Abfallwirtschaftsbehörde eine bessere Bezahlung erhält, als der Polizist oder die Polizistin, welche jeden Tag
für die Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr zur Verfügung stehen und anderen Gefahren ausgesetzt sind“, meint Kirstein.