Spatenstich für einen Neubau in der JVA Neumünster gesetzt

13. Mai 2019 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Neumünster erhält ein neues Hafthaus mit 41 Haftplät­zen. In dem Neubau sollen auch eine medizinische Abteilung, eine Sozialtherapie und eine psychiatrische Abteilung für Gefangene eingerichtet werden. Das Land investiert 18,35 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Impuls in das Hafthaus, das unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) entsteht. Die Fer­tigstellung ist für Anfang 2022 geplant. Heute (13. Mai 2019) setzten Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack, Anstaltsleiterin Yvonne Radetzki und GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt den ersten Spatenstich für den Neubau.

„Mit dem Baubeginn des neuen Hauses hier an der Stelle des abgerissenen, mängel­behafteten und nicht mehr sanierungsfähigen Altbaus stellen wir die Weichen für ein modernes, multifunktionales Hafthaus“, erklärte die Justizministerin. “”Ein Gebäude, das unter anderem eine Sozialtherapie, eine Psychiatrische Tagesklinik, eine Medizinische Abteilung sowie ein Besucherzentrum enthalten wird. Für dieses Bauprojekt nimmt das Land Schleswig-Holstein viel Geld in die Hand. Inklusive des Abrisses des alten Hau­ses B veranschlagen wir rund 18,35 Millionen Euro allein an Baukosten. Das ist keine Kleinigkeit. Ich sage aber, es ist gut angelegtes Geld. Es sind in die Sicherheit der JVA ebenso wie in die Wiedereingliederung der betreuten Gefangenen investierte Gelder. Dies ist im Sinne unserer Gesellschaft””, so Sütterlin-Waack.

“”Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Neumünster freuen sich, dass es nun weiter geht und ein neues Hafthaus an der Stelle des ehemaligen B-Hauses entsteht, welches im Jahre 1963 entstanden war und wegen vieler Baumängel im letzten Jahr abgerissen werden musste. Die fast vierjährige Bauphase des neuen Hauses B wird sicherlich organisatorische Veränderungen für die Gesamtanstalt und auch eine Belastung an vielen anderen Stellen bedeuten, auf der anderen Seite entste­hen aber weitere Haftplätze, die die Gesamtanstalt später entlasten werden. Auch kön­nen die Funktionsbereiche Medizinische Abteilung, Vollzugsgeschäftsstelle und der Bereich Betriebs- und Sicherheitsdienst aus ihren provisorisch hergerichteten Interims­maßnahmen an ihren endgültigen Bestimmungsort ziehen. Wir freuen uns auch, mit dem Neubau des Hauses B einen umfangreichen Besuchsbereich mit Einzelbesuchs- und zwei Langzeitbesuchsräumen zu erhalten. Und es entstehen im Kellergeschoss endlich die langersehnten Umkleide- und Sanitärbereiche für die Bediensteten der Anstalt, die bisher nicht vorhanden waren. Insgesamt dürfte der Neubau damit eine erhebliche Weiterentwicklung für die Justizvollzugsanstalt Neumünster bedeuten und damit eine gute Ergänzung zu dem bereits sanierten Gebäudebestand bilden””, sagte Anstaltsleiterin Yvonne Radetzki.

“”Die Verbindung von räumlicher Enge auf dem Baufeld, den Sicherheitsanforderungen in einer JVA und dem hohen Grundwasser in der Baugrube machen den Neubau von Haus B zu einer Baumaßnahme der ganz besonderen Art. Unter diesen Voraussetzun­gen zu bauen, kann nur gelingen mit einer exzellenten Zusammenarbeit aller Beteilig­ten. Und die haben wir hier””, sagte GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt.

Das viergeschossige Hafthaus wird über knapp 5.700 Quadratmeter Nutzfläche verfü­gen und voll unterkellert sein. Im Erdgeschoss sollen ein Besuchszentrum und Flächen für die Verwaltung entstehen. Die medizinische Abteilung wird im ersten Obergeschoss untergebracht. Im zweiten Obergeschoss wird die Abteilung für Sozialtherapie mit 20 Haftplätzen eingerichtet, zu der Wohngruppen mit Gemeinschaftsräumen gehören. Die psychiatrische Abteilung mit 21 Haftplätzen soll im dritten Obergeschoss entstehen, wo verhaltensauffällige Gefangene untergebracht werden. Das Untergeschoss ist für die Sanitär- und Umkleidebereiche der JVA-Bediensteten vorgesehen sowie für die Tech­nikbereiche, Lagerflächen und die Kleiderkammer der Inhaftierten. Im Außenbereich werden zwei voneinander unabhängige Höfe für den Aufenthalt der im Haus unterge­brachten Inhaftierten im Freien eingerichtet.

Vor Baubeginn musste das ehemalige Haus B abgerissen werden, weil es erhebliche bauliche Mängel hatte und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr zu sanie­ren war. Zudem war der Altbau funktional nicht für die dringend notwendige Einrichtung einer psychiatrischen Abteilung ausgelegt.

Über die GMSH

Die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) übernimmt als zentraler Dienstleister des Landes Schleswig-Holstein die staatlichen Hochbauaufgaben für Bund und Land. Sie bewirt­schaftet die vom Land genutzten Liegenschaften und beschafft Material und Dienstleistungen für die Landesbehörden. Die GMSH bring jährlich rund 800 Millionen Euro an den Markt.

Gegründet wurde die GMSH am 1. Juli 1999 mit dem Ziel, durch Bündelung der Bedarfe den Lan­deshaushalt zu entlasten. Neben ihrer Zentrale in Kiel hat die GMSH landesweit zwölf Büros. Mit rund 1.500 Beschäftigten ist die GMSH eines der größeren Unternehmen in Schleswig-Holstein.