Hoher Krankenstand belastet die Landespolizei

3. Mai 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Schleswig-Holstein | Drucken

Nach Mitteilung des Landespolizeiamtes gegenüber der Deutschen Presse-Agentur steigen die Ausfallzeiten aufgrund von Krankheit in der Landespolizei erneut weiter an: 2018 auf über eine Million Stunden. Demnach entfielen auf jeden der rund 6.800 Polizisten im Durchschnitt 20 Fehltage. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft (GdP) der Polizei Torsten Jäger: „Das ist eine seit Jahren zu beobachtende negative Entwicklung. Die Anstrengungen in der Landespolizei durch viele Maßnahmen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement und die bisherigen politischen Bemühungen reichen nicht aus!“

Täglich fehlen 800 Kolleginnen und Kollegen

Die Zahlen bedürften zwar einer genaueren, tiefer gehenden Betrachtung und Analyse, es bliebe aber die erschreckende Feststellung einer weiteren deutlichen Zunahme des Krankenstandes. Die Krankheitsabwesenheitsquote, die nach GdP-Erkenntnissen etwa 10% beträgt, führe im Durchschnitt zu täglich etwa 800 fehlenden Kolleginnen und Kollegen in der Landespolizei Schleswig-Holstein. Dies sei ein weiterer trauriger Beleg für die andauernde Überbelastung.
Mehr Personal nötig
Jäger: „Die GdP fordert daher einen konsequenten Personalaufbau, die Berücksichtigung der hohen Krankenstände in den Personalbedarfsüberlegungen, die Weiterentwicklung der Angebote zur Gesundheitsförderung und eine deutliche Wochenarbeitszeitverkürzung für alle. 41 Stunden pro Woche addiert um insgesamt ca. eine halbe Millionen Überstunden sind schlicht zu viel, um sich zwischen den Schichten zu erholen und einmal Luft zu holen!“

Auch sei die Landesregierung an den Koalitionsvertrag erinnert, Lebensarbeitszeitverkürzungen für langjährig in ungünstigen Dienstformen tätige Kolleginnen und Kollegen schaffen zu wollen. Der kürzlich erfolgte Einstieg in die Wochenarbeitszeitverkürzung für langjährig Schichtdienstleistende könne nur ein erster Schritt sein.