Bayerns Innenminister für mehr Sicherheit beim Motorradfahren

28. April 2019 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Mehr Sicherheit beim Motorradfahren ist das Hauptanliegen der traditionellen Motorradsternfahrt nach Kulmbach. Heute hat Süddeutschlands größtes Bikertreffen zum 19. Mal stattgefunden. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann machte als Schirmherr deutlich, wie wichtig ihm das Motto ‘Ankommen statt Umkommen’ ist: “Motorradfahren ist viel mehr als nur Fortbewegung, es ist eine faszinierende Mischung von hautnah erlebbarer Technik, Dynamik und Landschaftsgenuss. Um so mehr müssen wir alles unternehmen, das Motorradfahren so sicher wie nur möglich zu machen.” Herrmann kündigte an, die Maßnahmen des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 ‘Bayern mobil – sicher ans Ziel’ auch 2019 konsequent umzusetzen.

Besorgt ist der Innenminister über die Entwicklung der Unfallzahlen. So stieg die Zahl der Motorradunfälle auf Bayerns Straßen 2018 um rund sechs Prozent auf 9.548, die Zahl der dabei getöteten Motorradfahrer sogar um 20 Prozent auf 147. “Fast jeder vierte 2018 auf Bayerns Straßen getötete Verkehrsteilnehmer war ein Motorradfahrer”, verdeutlichte Herrmann. “Wir brauchen mehr Vernunft bei Motorradfahrern, eine höhere Aufmerksamkeit bei Autofahrern und eine noch bessere gegenseitige Rücksichtnahme.”

Laut Herrmann sind gerade zu riskantes und schnelles Fahren hauptursächlich für Motorradunfälle. Jeder Motorradfahrer habe es selbst in der Hand, sich und andere nicht ohne Not zu gefährden. “Ein guter Biker hält sich an die Regeln”, brachte es Herrmann auf den Punkt. Nur dort, wo notwendig, werde die Bayerische Polizei der Vernunft nachhelfen. Besonders im Blick hat hier der Innenminister vor allem die Raser unter den Motorradfahrern: “Unsere Polizistinnen und Polizisten werden schwerpunktmäßig unfallgefährdete Strecken überwachen.” Außerem werde die Bayerische Polizei auf diejenigen achten, die mit zu lauten Maschinen unterwegs sind, und dies konsequent sanktionieren. “Übermäßiger Motorradlärm ist gerade für Anwohner beliebter Motorradstrecken ein Riesenärgernis”, so Herrmann. Mit den bei allen bayerischen Polizeipräsidien eingerichteten Motorradkontrollgruppen seien dafür besonders ausgebildete Polizeiexperten unterwegs.

Ein weiterer entscheidender Aspekt für mehr Sicherheit beim Motorradfahren ist nach Herrmanns Worten das eigene Fahrkönnen. “Hier sind Fahrsicherheitstrainings sehr gewinnbringend, gerade für Gefahrensituationen”, so der Ratschlag des Ministers. “Beispielsweise bietet der Landesverband der Bayerischen Fahrlehrer im Vorfeld der Kulmbacher Motorradsternfahrt landesweit rund ein Dutzend kostenloser Fahrsicherheitstrainings an.” Auch sollte das Motorrad regelmäßig technisch geprüft werden. Ebenfalls wichtig sei die richtige Schutzkleidung des Bikers, um die Unfallfolgen erheblich zu verrringern und für eine gute Erkennbarkeit zu sorgen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms ist die ‘gebaute’ Verkehrssicherheit. Ziel der Aktion ‘Sichere Motorradstrecken’ des bayerischen Verkehrsministeriums ist es, die Anzahl und Schwere von Verkehrsunfällen zu verringern. Laut Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart sollen beispielsweise Unterfahrschutzbleche an Leitplanken verhindern, dass Motorradfahrer bei einem Sturz unter der Leitplanke hindurchrutschen und von den Pfosten verletzt werden: “Unsere Staatlichen Bauämter haben in den vergangenen Jahren bereits rund 750 Kurven mit einer Gesamtlänge von mehr als 130.000 Metern für rund 4,9 Millionen Euro mit einem Unterfahrschutz nachgerüstet. So wollen wir schwere Verletzungen im Falle eines Sturzes vermeiden.” Darüber hinaus zielt das Programm ‘Sichere Landstraße’ auf die Beseitigung von Unfallschwerpunkten oder die Entschärfung unfallträchtiger Stellen etwa durch die Verbesserung von Kurvenverläufen.