Spezialeinsatzkommando (SEK) richtet zweiten Standort in Oldenburg ein

17. April 2019 | Themenbereich: Niedersachsen, Polizei | Drucken

Das Spezialeinsatzkommando (SEK) Niedersachsen nimmt den Dienstbetrieb des zweiten Standorts in einer landeseigenen Liegenschaft in Oldenburg auf. „Es ist ein gutes und wichtiges Signal, dass Spezialkräfte der Polizei im Nordwesten jetzt noch präsenter sind“, sagte der Niedersächsische Landespolizeidirektor Knut Lindenau. „Mit dem zweiten SEK-Standort können wir Interventionszeiten bei möglichen Einsatzlagen, vor allem bei Bedrohungsszenarien, erheblich verkürzen. Insbesondere vor dem Hintergrund der sich durch die Bedrohungen des islamistischen Terrorismus dauerhaft veränderten Sicherheitslage in Deutschland ist die Einrichtung des zweiten SEK-Standortes in Niedersachsen wichtig und notwendig. Darum haben wir uns schon frühzeitig dafür eingesetzt.“ In einem Flächenland wie Niedersachsen (mehr als 47.000 Quadratkilometer Fläche) können für das SEK Niedersachsen am Standort Hannover die Anfahrtswege in Einzelfällen bis zu 240 Kilometern betragen, wenn die Einsätze an der Küste oder in Grenznähe zu den Niederlanden liegen. Aktuell befindet sich der Standort Oldenburg im Aufbau. Die meisten dort eingesetzten Kräfte haben bereits langjährige Erfahrung beim SEK Niedersachsen gesammelt. Sie sind solange in Oldenburg, bis neue Beamte ihre Einsatzerfahrung in Hannover gemacht haben und fest nach Oldenburg gehen. Die 20 zusätzlichen Stellen zum Aufbau eines zweiten Standortes hatte das Innenministerium bereits 2018 dem Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen zugewiesen, dem das SEK angehört. Unter „Volllast“ wird der zweite SEK-Standort neben Hannover arbeiten können, sobald die Umbauarbeiten an dem Gebäude abgeschlossen sind. Dies soll zum Jahreswechsel 2019/2020 der Fall sein.

Die Polizei überprüft kontinuierlich ihre taktischen und organisatorischen Konzepte sowie ihre Einsatzmöglichkeiten, um sich der Sicherheitslage anzupassen und dauerhaft professionell aufgestellt zu sein. Ein der Ergebnis ist die Optimierung der bisherigen Ein-Standort-Lösung des SEK. „Mit dem zweiten SEK-Standort in Niedersachsen reagieren wir auf die hohen Anforderungen, die die Sicherheitslage unseren Polizistinnen und Polizisten abverlangt“, so Lindenau weiter.

Das SEK bleibt zudem weiterhin am Standort Hannover präsent. Hier werden aktuell Kollegen eingearbeitet, die sich für den Standort Oldenburg beworben hatten. Diese werden sukzessive die hannoverschen SEK-Kräfte am Standort Oldenburg verstärken und teilweise ersetzen.

Die Kräfte des SEK Niedersachsen sowohl in Hannover als auch in Oldenburg stehen grundsätzlich für das gesamte Land zur Verfügung. Das SEK wird insbesondere dann eingesetzt, wenn die Lage ein geschlossenes Vorgehen unter Anwendung unmittelbaren Zwangs gegen Gewalttäter erfordert. Insbesondere kommt der Einsatz des SEK beim Vorgehen gegen terroristische Gewalttäter, zur Bekämpfung der schweren und organisierten Kriminalität und bei polizeilichen Sonderlagen in Betracht.