GdP Mecklenburg-Vorpommern: Wir sind selbst der Notfall

17. April 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

„Dass uns jeden Tag über 500 der Polizistinnen und Polizisten krankheitsbedingt in den Dienststellen fehlen, ist eine Folge des jahrelangen Personalabbaus in der Polizei“, so der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Christian Schumacher mit Blick auf die aktuellen Krankenzahlen. Und weiter: „Wenn man seit den 2000er Jahren Personal radikal abbaut und damit dafür sorgt, dass die verblieben Kollegen immer stärker belastet werden, braucht man sich nicht zu wundern, wenn über 10 Prozent der Mitarbeiter täglich krankheitsbedingt ausfallen.“ Insbesondere die, die jahrzehntelang den Laden am Laufen gehalten haben, haben jetzt mit den Langzeitfolgen zu kämpfen. So waren die Kolleginnen und Kollegen, die älter als 51 Jahre sind, im Jahr 2018 durchschnittlich 55,9 Tage krank.
Überlastung der Beschäftigten ernst nehmen
Die mit dem Pakt für Sicherheit getroffene politische Entscheidung, endlich mehr Stellen in der Polizei zu schaffen, ist positiv zu bewerten. Allerdings fallen Polizisten nicht vom Himmel, sondern es braucht einfach Jahre bis die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen ihre Ausbildung erfolgreich absolviert haben und endlich Verstärkung auf der Straße ankommt.

„Jeder weiß, der Polizeiberuf ist nun mal körperlich und emotional stark belastend. Die Quittung dafür bekommt man aber meist erst mit zunehmendem Alter. Und so haben wir bereits vor 10 Jahren die Landesregierung gewarnt, die Lebensarbeitszeit für Polizisten zu erhöhen. Ein Ergebnis sind mehr Kranke, die im Alter Streifendienst verrichten müssen. Wir fordern daher die Landesregierung auf, die Überlastung der Beschäftigten ernst zu nehmen und aktiv gegenzusteuern“, so der Landesvorsitzende abschließend.