Zahl der Straftaten in Sachsen deutlich zurückgegangen

3. April 2019 | Themenbereich: Kriminalität, Sachsen | Drucken

Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen hat im Jahr 2018 den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre erreicht. Insgesamt wurden 278.796 Fälle registriert, 2017 waren es noch 323.136. Das ist ein Rückgang von 13,7 Prozent. Gesunken sind die Anzahl der Wohnungseinbruchs- und Kraftwagendiebstähle sowie die Fälle von Grenz- und Gewaltkriminalität. Demgegenüber hat sich die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte und die Anzahl politisch motivierter Straftaten erhöht. Die Aufklärungsquote lag im Jahr 2018 bei 56,6 Prozent.

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller betont: „Der Blick in die Kriminalstatistik zeigt, dass die Menschen in Sachsen sicher leben. Wir wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt. Deshalb investieren wir bei der sächsischen Polizei weiterhin in Personal sowie Ausstattung. Wir setzen aber auch verstärkt auf kommunale Prävention. Zusammen mit Städten und Gemeinden hat der Freistaat deshalb zu Beginn dieses Jahres die ASSKomm – die Allianz Sichere Sächsische Kommunen ins Leben gerufen.“

Kraftwagen-Diebstähle in Sachsen zurückgegangen

Das vierte Jahr in Folge sind im Freistaat Sachsen weniger Kraftwagen gestohlen worden. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Diebstähle um 2.503 auf 2.321. Das ist ein Rückgang von 7,3 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei mehr als 30 Prozent.

Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig

Im vergangenen Jahr sind in Sachsen 4.001 Wohnungseinbruchsdiebstähle registriert worden. 2017 waren es noch 4.071. Die Aufklärungsquote lag bei mehr als 22 Prozent. Insgesamt 765 Wohnungseinbrecher konnte die sächsische Polizei ermitteln. Knapp 30 Prozent der Tatverdächtigen sind Ausländer. Die Personen stammen überwiegend aus Georgien, Tunesien sowie der Tschechischen Republik.

Gewaltkriminalität nimmt ab

2018 wurden im Freistaat 7.773 Delikte im Bereich der Gewaltkriminalität registriert. Ein Jahr zuvor waren es noch 7.874 Delikte. Die Mehrzahl der mutmaßlichen Gewalttäter konnte durch die sächsische Polizei ermittelt wer-den. Die Aufklärungsquote lag bei 77 Prozent.

Grenzkriminalität auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren

Die Zahl der Straftaten in den Gemeinden entlang der sächsischen Außen-grenze zu Polen und Tschechien ist so niedrig, wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr. 2018 wurden 16.945 Fälle (ohne ausländerrechtliche Straftaten) registriert. Ein Jahr zuvor waren es 17.831 Fälle. Das ist ein Minus von fünf Prozent. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt überrepräsentiert sind in den Grenzgemeinden insbesondere Fälle von Kraftwagendiebstahl.

Entlang der 577 Kilometer Außengrenze gibt es 46 sächsische Gemeinden mit Grenzbezug, davon liegen 39 an der tschechischen und sieben an der polnischen Außengrenze.

Anzahl der Rauschgiftdelikte weiter gestiegen

Im Jahr 2018 ist die Anzahl der Rauschgiftdelikte auf 13.214 gestiegen. Das ist ein Plus von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2017 betrug die Anzahl 12.207. Während die Fallzahlen bei Crystal leicht zurückgehen, steigen die Delikte im Zusammenhang mit Cannabisprodukten, wie Marihuana oder Haschisch. Sie machen mit knapp 61 Prozent den größten Anteil der Rauschgiftdelikte aus. Die höhere Zahl der im vergangenen Jahr registrierten Straftaten ist auch durch eine höhere Kontrolldichte der Polizei zu erklären. Im Fokus stehen dabei Händler- und Schmugglerstrukturen.

Zahl der Straftaten durch Zuwanderer zurückgegangen

Die Zahl der durch Zuwanderer* verübten Straftaten ist im Jahr 2018 zurück-gegangen. 18.695 Fälle (ohne ausländerrechtliche Straftaten) wurden noch erfasst, ein Jahr zuvor waren es 19.769 Fälle. Gegen insgesamt 9.194 Zuwanderer ist im Jahr 2018 strafrechtlich ermittelt worden.

Zuwanderer sind Asylbewerber, geduldete Ausländer, Kontingentsflüchtlinge, unerlaubt aufhältige Personen, international/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte.

Politisch motivierte Kriminalität nimmt zu

Sachsenweit hat die Zahl der politisch motivierten Straftaten im Jahr 2018 um knapp sechs Prozent zugenommen. Statistisch wurden 3.461 Fälle erfasst, im Jahr 2017 waren es 3.259. Von den 3.461 registrierten Straftaten sind 2.278 dem Phänomenbereich „rechts“ und 701 dem Phänomenbereich „links“ zuzuordnen.

Die Zahl der Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte ist weiter rückläufig. Während 2016 noch 117 Fälle gezählt wurden, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 21. Im Jahr 2017 lag die Zahl bei 23.

Tatverdächtige
Die Polizei ermittelte im vergangenen Jahr 88.821 Tatverdächtige (ohne ausländerrechtliche Verstöße). Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger lag bei 21,5 Prozent. Knapp die Hälfte der nichtdeutschen Tatverdächtigen (9.194) waren Zuwanderer.