Den Schulweg sicher machen

27. März 2019 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Umfangreiche Maßnahmen für mehr Schulwegsicherheit hat heute der Inspekteur der Bayerischen Polizei und Stellvertreter des Landespolizeipräsidenten, Harald Pickert, zusammen mit der Gemeinschaftsaktion ‘Sicher zur Schule – Sicher nach Hause’ und deren Mitträgern in der Münchner Grundschule an der Stieler Straße vorgestellt. Anlass war die bayernweite Schuleinschreibung 2019, die im April stattfindet. Unter anderem ging es um den weiteren Ausbau der Schulwegdienste, eine Sensibilisierung der Eltern für einen sicheren Schulweg sowie um einen Appell an alle Verkehrsteilnehmer, besonders auf Schulkinder im Straßenverkehr zu achten. “Mit unserem Verkehrssicherheitsprogramm 2020 ‘Bayern mobil – sicher ans Ziel’ setzen wir alles daran, den Schulweg so sicher wie nur möglich zu machen”, betonte Pickert. “Unser gemeinsames Ziel: Keine verletzten oder getöteten Kinder.”

Wie Pickert erläuterte, sind Schulkinder und vor allem Schulanfänger im Straßenverkehr besonders gefährdet: “Unseren Kindern fehlt die Erfahrung und das Gefahrenbewusstsein. Außerdem werden sie leicht übersehen, wenn sie die Straße überqueren wollen.” Besorgt ist der Inspekteur der Bayerischen Polizei über die Verkehrsunfallentwicklung im vergangenen Jahr. Die Zahl der Schulwegunfälle stieg 2018 in Bayern um 3,7 Prozent auf 707. Vier Schulkinder kamen im letzten Jahr bei Verkehrsunfällen auf dem Schulweg ums Leben (2017: ein Kind). “Wir müssen noch mehr für die Schulwegsicherheit tun”, forderte Pickert.

Dazu gehört beispielsweise die weitere Stärkung der Schulwegdienste, denn laut Pickert gab es an keinem von einem Schulwegdienst betreuten Übergang jemals einen schweren oder gar tödlichen Schulwegunfall. Rund 28.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben sich letztes Jahr in Bayern als Schülerlotsen, Schulweghelfer, Schulbuslotsen und –begleiter tagtäglich für die Sicherheit der Schulkinder engagiert. “Wir wollen zusammen mit der Gemeinschaftsaktion ‘Sicher zur Schule – Sicher nach Hause’ noch mehr Helferinnen und Helfer für die Sicherheit auf Bayerns Schulwegen gewinnen”, kündigte Pickert an. “Interessierte können sich an die örtliche Schule, die Gemeinde- oder Stadtverwaltung und die Polizei wenden.”

Nach Pickerts Worten ist es unabdingbar, dass Eltern die Zeit bis zum ersten Schultag dazu nutzen, mit ihren ABC-Schützen den Schulweg einzuüben. Viele Kommunen hätten dafür bereits spezielle Schulwegpläne erarbeitet, die sehr hilfreich sind. Darüber hinaus biete die Bayerische Polizei unter anderem eine flächendeckende Verkehrserziehung in den Jugendverkehrsschulen. Im vergangenen Schuljahr haben rund 390 Verkehrserzieher der Polizei mehr als 109.000 Schülerinnen und Schülern den sicheren Umgang mit dem Fahrrad beigebracht. Des weiteren führt die Bayerische Polizei verstärkte Geschwindigkeitskontrollen im Umfeld von Schulen durch, vor allem zu Schuljahresbeginn. Ganz entscheidend für Pickert ist auch das richtige Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer: “Zu schnelles Fahren, Abgelenktsein sowie Unaufmerksamkeit beim Abbiegen sind nur einige Beispiele, wie unsere Schulkinder völlig unnötig gefährdet werden.” Aber auch die Kinder selbst müssen sich nach Pickerts Worten der Gefahren des ‘Toten Winkels’ bewusst und extra vorsichtig sein.

An der Veranstaltung nahmen unter anderem der Geschäftsführer der Gemeinschaftsaktion, Wolfgang Prestele, der Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Bayern, Manfred Raubold, Katja Seßlen vom Geschäftsbereich ‘Prävention’ der Kommunalen Unfallversicherung Bayern sowie Vertreter des bayerischen Kultusministeriums teil. Das Bayerische Verkehrssicherheitsprogramm ist unter www.sichermobil.bayern.de abrufbar.