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GdP Berlin kritisiert mangelnde Rücksicht und fehlenden Respekt im Straßenverkehr

Im vergangenen Jahr kam es in der Hauptstadt zu 144.325 Unfällen (+ 901). In der weiter wachsenden Stadt (+ 36.218) sind 18.217 Menschen verunglückt (+ 802), 45 Menschen im Straßenverkehr gestorben (+ 9). Wenig erfreulich ist auch die weiter steigende Zahl des unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert den fehlenden Respekt und mahnt zu mehr Rücksicht.

Kinder und 14 Senioren unter den Unfalltoten

„Auch im vergangenen Jahr ist unsere Stadt nach Senatsangaben um 36.000 Einwohner gestiegen, der Fahrzeugbestand wächst weiter. Dass die Zahl der Unfälle da steigt, ist eine Entwicklung, die man leider erwarten musste. Nichtsdestotrotz reden wir über 18.172 Verletzte und 45 Tote, von denen eine Vielzahl gesund nach Hause gekommen wäre, wenn sich alle an die durchaus simplen und für jeden verständlichen Verkehrsregeln in unserem Land halten würde“, so die stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp nach der Vorstellung durch Innensenator Andreas Geisel, Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik und Verkehr-Staatssekretär Ingmar Streese. 15.630 Unfallopfer wurden leicht verletzt, 2.542 schwer. Unter den Toten befinden sich 19 zu Fuß Gehende und elf Radfahrende, bei 14 Verstorbenen handelt es sich um Senioren, bei zwei um Kinder.

Weniger Verkehrskontrollen, mehr Ahndungen

Insgesamt wurden bei den stationären Anlagen 246.162 Geschwindigkeits- oder Rotlichtverstöße registriert (Vorjahr: 280.338). Philipp weiter: „Wir könnten jetzt sagen, das ist ein Erfolg, die Anlagen haben eine positive Wirkung auf das Verhalten vieler. Wahrscheinlicher aber ist, dass die Raser mittlerweile wissen, wo sie mal kurz vom Gas gehen müssen. Aussagekräftiger finde ich die Zahlen der Kontrollen und der dabei registrierten Vergehen. Mich würde jetzt bei Beachtung der fortschreitenden Zentralisierung unserer Polizei noch interessieren, wo wir wirklich kontrollieren.“ In der Tat sank die Zahl der Verkehrskontrollen auf 12.273 (Vorjahr: 13.510), dennoch wurden wesentlich mehr Vergehen geahndet (829.049, Vorjahr: 711.606). 855 Fahrende waren alkoholisiert (Vorjahr: 939), 1.580 wurden mit Drogen im Blut erwischt (Vorjahr: 1.484). Man kann sich ausrechnen, dass die realen Zahlen um ein Vielfaches höher liegen.

Mehr Unfallfluchten – Ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht

Besorgniserregend nannte GdP-Landesvize Philipp die steigende Zahl von Fällen, in denen sich Betroffene unerlaubt vom Unfallort entfernen. So haben sich 34.204 Menschen im Jahr 2018 folgenden polizeilichen Maßnahmen entzogen (Vorjahr: 33.150). Unfälle sind in jedem Fall der Polizei zu melden, ein bloßer Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht. „Man kann Fehler machen und Unfälle passieren aus verschiedensten Gründen. Sich dann aber zu entfernen, ist feige, respektlos und ganz nebenbei eine Straftat. Paragraf 1 unser StVO ist deutlich. Wenn man es schon nicht schafft, ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht zu verinnerlichen, sollte man wenigstens für die Folgen geradestehen“, so Philipp abschließend.