Länderübergreifende Kontrollen in HH, HB, SH und NI zur Bekämpfung des Einbruchdiebstahls

8. März 2019 | Themenbereich: Kriminalität, Niedersachsen | Drucken

Am gestrigen Donnerstag (7. März 2019) wurden durch zahlreiche Einsatzkräfte der Polizeien der norddeutschen Küstenländer Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen umfangreiche Kontrollmaßnahmen mit dem Ziel der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls durch reisende Tätergruppierungen durchgeführt. Dazu wurden durch die niedersächsischen Einsatzkräfte auf den Verkehrsachsen rund um die Städte Bremen und Hamburg bis in die späten Abendstunden an neun Kontrollstellen insgesamt 828 Kraftfahrzeuge sowie 1.183 Personen kontrolliert. An der Kontrollaktion beteiligten sich für Niedersachsen die Polizeidirektionen Lüneburg und Oldenburg, mit Unterstützung von Kräften der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen und damit mehr als 200 Einsatzkräfte.

Hintergrund des Einsatzes ist die „Schweriner Erklärung“ – eine Kooperationsvereinbarung der Innenminister und -senatoren der norddeutschen Küstenländer, die vor einem Jahr in Schwerin zum gemeinsamen Vorgehen zur Bekämpfung der länderübergreifenden Eigentumskriminalität und insbesondere des Wohnungseinbruchdiebstahls durch organisierte Banden geschlossen wurde. Die Innenminister und -senatoren vereinbarten dabei, zur effektiveren Bekämpfung der Eigentumskriminalität die länderübergreifende Zusammenarbeit des Nordverbunds, unter anderem durch stärkeren Informationsaustausch und länderübergreifende Ermittlungen sowie gemeinsame Auswerte- und Analyseprojekte oder Ermittlungsgruppen, weiter zu intensivieren.

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, unterstützt diese Form der Zusammenarbeit ausdrücklich: „Vor genau einem Jahr haben wir uns in Schwerin bei der IMK der Nordländer dazu entschlossen, insbesondere im Bereich der Wohnungseinbrüche noch enger zu kooperieren. Wir haben seinerzeit gesagt, dass wir noch enger und abgestimmter zusammenarbeiten und der Schwerpunkt insbesondere auf organisierten mobilen Tätergruppen liegt, die keinen Halt vor Ländergrenzen machen. Darum ging es auch bei der gestrigen Aktion und wir können mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein. Die Zusammenarbeit funktioniert! An die Täter geht das Signal, dass wir trotz der in den vergangenen beiden Jahren sinkenden Taten weiter den Druck hoch halten!“

Vorbild der Vereinbarung ist die «Aachener Erklärung», auf deren Grundlage seit Oktober 2016 diverse Maßnahmen zur Bekämpfung grenzüberschreitender Einbruchkriminalität umgesetzt wurden. Daraus hervorgegangen ist damals die «Zentrale Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl», in der die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz sowie Belgien und die Niederlande eng zusammenarbeiten, um international agierende Banden zu fassen. In den vergangenen beiden Jahren trug dieser Verbund sicherlich auch seinen Teil zu den inzwischen deutlich niedrigeren Kriminalitätszahlen in dem Bereich der Wohnungseinbrüche in Niedersachsen und den anderen Bundesländern bei. 2018 verzeichnete Niedersachsen einen weiteren starken Rückgang von -17,60 Prozent im Vergleich zu 2017. Dies stellt den tiefsten Wert seit zehn Jahren dar. Bereits 2017 waren die Kennzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger.

„Die stark rückläufigen Zahlen für den Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls in Niedersachsen freuen mich sehr und zeigen, dass unsere Maßnahmen generell Wirkung zeigen“, so Pistorius. Ähnliche Erfolge erhofft sich der Minister auch durch die intensivere Zusammenarbeit der Länder des Nordverbundes bei der Bekämpfung der Eigentumskriminalität und insbesondere des Wohnungseinbruchdiebstahls: „Zu der Schweriner Erklärung gehört neben Aktionen wie der gestrigen auch der deutlich engere Austausch innerhalb der Nordländer. Es geht dabei um den wichtigen Informationsaustausch zwischen den Experten und Ermittlern, zum Beispiel was bestimmte Tatmuster angeht. Außerdem geht es darum, sich im Bereich der Prävention abzustimmen und möglicherweise auch mal gemeinsame Präventionsprojekte an den Start zu bringen.“