GdP Berlin zieht gemischtes Fazit

27. Februar 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Im vergangenen Jahr wurden 511.677 Straftaten registriert, 8.760 weniger als im Vorjahr und damit die wenigsten seit 2013. Das verkündeten Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik am späten Mittwochvormittag bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) für das Jahr 2018. Gemäß Statistik gingen Eigentumsdelikte zurück, die Gewalttaten stiegen ebenso wie die Gewalt gegen unsere Kolleginnen und Kollegen, was die Gewerkschaft der Polizei zu einem gemischten Fazit bringt. Generell handelt es sich bei der PKS in erster Linie um einen Arbeitsnachweis der Polizei, der keine grundsätzlichen Aussagen über Kriminalität zulässt.

Wir brauchen mehr Polizeipräsenz im öffentlichen Raum

„Die Zahlen sind letztlich das einzig vorhandene Instrument für Politik, um Kriminalität objektiv zu bewerten und dementsprechende Handlungsansätze entwickeln zu können. Sie gehen definitiv in die richtige Richtung und zeigen, dass wir dort erfolgreich sein können, wo wir Kriminalitätsbekämpfung intensivieren“, so GdP-Landeschef Norbert Cioma. Im Bereich der Eigentumskriminalität konnte der Trend fortgesetzt werden, so sanken die generelle Werte in den Bereichen Diebstahl (-10.924 auf 217.148), Taschendiebstahl (-7.113 auf 20.006), Wohnraumeinbruch (-1.006 auf 7.574) und Kfz-Diebstahl (-4.627 auf 34.779). Weniger positiv sieht die Entwicklung bei den Rohheitsdelikten aus. Neben 94 Tötungsdelikten (Vorjahr 91) stiegen die Werte bei Raub (+25 auf 4.267), Körperverletzung (+598 auf 43.340), gefährlicher Körperverletzung (+72 auf 10.813) und bei den Sexualdelikten (+411 auf 4.181). „In Berlin herrscht kein Sodom und Gomorrha, aber hinter allen Straftaten stehen nicht nur Straftäter, sondern eben auch Menschen, die bestohlen, verletzt oder gar getötet werden. Keinem einzigen Opfer hilft es weiter, wenn die Statistik generell nach unten geht. Wir müssen der wachsenden Stadt gerecht werden und die Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit mittels einer sauberen Aufgabenkritik und zusätzlichen Stellen sinnvoll steigern. Eine Vielzahl von Tätern würde weder klauen noch zuschlagen, wenn ein Polizeibeamter dahinter steht“, so Cioma weiter.

Gewalt gegen Kollegen steigt, mehr Gewalt bei Demos

Wie bereits im Jahr 2017 haben die Angriffe auf unsere Kolleginnen und Kollegen weiter zugenommen. Neben 6.959 Angriffen auf Polizistinnen und Polizisten (Vorjahr 6.811), wurden 242 auf Rettungskräfte registriert (Vorjahr 235). Der GdP-Landeschef: „Der Gesetzesgeber hat Mitte 2017 endlich reagiert und den gesetzlichen Rahmen nachjustiert. Ich bin fest davon überzeugt, dass das auch durch entsprechende Urteile eine nachhaltige Wirkung erzielt. Meine Kolleginnen und Kollegen geben 365 Tage im Jahr alles für die Sicherheit und Unversehrtheit der Menschen in dieser Stadt. Dass sie dafür fast zwanzig Mal am Tag beleidigt, geschlagen und diffamiert werden, widerspricht meinem Menschenverständnis.“ Eine Vielzahl dieser Angriffe geschieht auf Demonstrationen. Hier zeigt die ebenfalls vorgestellte Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK), dass die Gesamtfälle leicht zurückgehen (-69 auf 4.203), die Gewalt aber in allen Bereichen steigt, insbesondere bei Demonstrationen. „Wir können stolz sein, dass in unserem Land das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit hoch gehalten wird. Wir sehen aber leider auch, dass dieses hohe Gut sowohl von rechts und links als auch ausländischer Ideologie als Legitimationsgrundlage für Gewalt missbraucht wird“, so Cioma abschließend.