Lügde schonungslos aufklären, aber ohne Vorverurteilung

26. Februar 2019 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, dass der Vorfall in Lügde lückenlos aufgeklärt wird, aber ohne Vorverurteilung. „Dass den ersten Hinweisen auf den massenhaften sexuellen Missbrauchsfall von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde nicht sofort nachgegangenen wurde und dass Beweismittel verloren gegangen sind, hat das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei nachhaltig erschüttert“, sagte GdP-Landesvorsitzender Michael Mertens. „Deshalb müssen die Vorgänge lückenlos aufgeklärt werden, aber das muss ohne jede Vorverurteilung geschehen. Erst müssen alle Fakten auf den Tisch. Dann ist zu entscheiden, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.“
Zugleich macht der GdP-Vorsitzende darauf aufmerksam, dass die verschleppte Aufklärung der Vorfälle in Lügde möglicherweise auch auf strukturelle Defizite bei der Polizei zurückzuführen ist. Von der unzureichenden Technik, die der Polizei bei der Aufklärung der Taten zur Verfügung steht, die im Internet begangen werden, bis zu den viel zu hohen Fallzahlen, die die einzelnen Beamten jeden Tag bearbeiten müssen“, sagte Mertens.

Im Jahr 2000 gab es bei der Kreispolizeibehörde Lippe 447 Polizisten, heute sind es nur noch 359. Lediglich 60 Beamte sind für die Kriminalitätsbekämpfung vorgesehen. „Das ist eindeutig zu wenig“, sagte Mertens. Auch in den anderen Behörden in NRW ist die Zahl der Polizisten in den letzten Jahren stark gesunken