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Kripo besser befördert? Mitnichten!

 

Unsere Berechnungen zeigen, dass die vergleichbaren Gruppen in Schutz- und Kriminalpolizei, die eine Befähigung zur Beförderung bis A13s haben, in etwa einem Verhältnis von 34% Kripo (3.020 Kolleginnen und Kollegen) und 76% Schupo (5.785 Kolleginnen und Kollegen) zueinanderstehen müssten. Daraus lässt sich schließlich folgern, dass in den vergangenen fünf Jahren für die Kriminalpolizei etwa 168 Beförderungen nach A11 zu wenig durchgeführt wurden. Die tatsächlich umgesetzten 330 Beförderungen nach A11 im selben Zeitraum machen deutlich, welches Gewicht diese fehlenden Stellen für die Kripo insgesamt haben.

Ende vergangener Woche wurde eine schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus veröffentlicht (DS 18/17712), die sich mit den Beförderungen in der Polizei in den letzten Jahren befasst. Anhand der Zahlen interpretierte die Morgenpost in einer Veröffentlichung vom 23. Februar 2019, die Kriminalpolizei würde in Berlin besser befördert als die Schutzpolizei. Hierbei blieb offenbar unberücksichtigt, dass aus dem mittleren Dienst übergeleitete Kolleginnen und Kollegen maximal A10 werden können. Deshalb wurde in dem Artikel seitens des BDK darauf hingewiesen, dass die Rechnung so nicht aufgehen könne.

Seit 2017 arbeitet der BDK intensiv daran, unser Verständnis für die aus unserer Sicht falschen Berechnungen bei der Personalentwicklungsplanung und der daraus resultierenden Beförderungsoptionen für Schutz- und Kriminalpolizei deutlich zu machen. Die damalige Behördenleitung präsentierte uns anstelle einer Antwort einen Plan zur Verbesserung der Stellensituation bei der Schutzpolizei, die die Befähigung zur Beförderung bis A13s bei der Schutzpolizei nicht berücksichtigte. Innensenator Geisel freut sich nun über die vielen öffentlichkeitswirksam durchgeführten Beförderungen in 2018 und 2019, von denen die Kriminalpolizei jedoch erneut kaum profitiert. Angesichts der vorgetragenen Kritik zeigte er sich angesichts der zur Verfügung gestellten Stellen verwundert.

Wir haben uns nun aufgrund der genannten Veröffentlichung dazu entschieden, die Sachlage aus unserer Sicht erneut der Polizeipräsidentin in einem offenen Brief darzulegen, der auf unserer Homepage eingesehen werden kann und an die Mitglieder verteilt wurde.

Unsere Berechnungen zeigen, dass die vergleichbaren Gruppen in Schutz- und Kriminalpolizei, die eine Befähigung zur Beförderung bis A13s haben, in etwa einem Verhältnis von 34% Kripo (3.020 Kolleginnen und Kollegen) und 76% Schupo (5.785 Kolleginnen und Kollegen) zueinanderstehen müssten. Daraus lässt sich schließlich folgern, dass in den vergangenen fünf Jahren für die Kriminalpolizei etwa 168 Beförderungen nach A11 zu wenig durchgeführt wurden. Die tatsächlich umgesetzten 330 Beförderungen nach A11 im selben Zeitraum machen deutlich, welches Gewicht diese fehlenden Stellen für die Kripo insgesamt haben. Die Beförderungen 2019 sind noch nicht einbezogen, die Kluft wird weiter aufreißen.

Wir gehen davon aus, dass dieses Ungleichgewicht nun mit validen Zahlen erneut betrachtet und transparent gemacht wird, so dass künftig anhand einer strategischen Personalplanung eine Grundlage für eine chancengleiche Beförderungspolitik in der Polizei Berlin geschaffen wird.