In einer viel beachteten Rede hat sich der neue Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der Herbsttagung des BKA eindeutig schützend vor die Polizei gestellt und die Aufgaben der Politik für die Polizei beschrieben. Dabei nahm er auch zum heftig umstrittenen Entwurf einer Studie Stellung, die in der kommenden Woche in der Innenministerkonferenz (IMK) beraten werden wird.
Thomas de Maizière: „Es ist Aufgabe der Politik, zuvörderst der Innenminister von Bund und Ländern, gute Rahmenbedingungen für die Arbeit der Polizei zu schaffen. Die Polizei soll bekommen, was sie für ihre Arbeit braucht. Dazu gehören Motivation und Ausrüstung, Förderung und Forderung sowie Zuspruch und Rückhalt, auch wenn mal etwas schiefgegangen ist. So war es, so ist es, und so wird es bleiben.
Dazu gehört auch, dass wir uns mit der Zunahme von Gewalt gegen Polizeibeamte nicht abfinden werden. Auf der nächsten Innenministerkonferenz werden wir intensive Beratungen dazu führen. Und Sie können sich darauf verlassen, dass ich keine Studien zur Gewalt gegen Polizisten mittragen werde, in denen unseren Polizeibeamten Fragen gestellt werden, die sachlich nicht angemessen sind.”
Ins seiner Grundsatzrede hob der Minister die gemeinsame europäische Verantwortung für die Sicherheit der Menschen hervor und warb für gemeinsames Handeln und kluge Abstimmung innerhalb der EU.
DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt bezeichnete die Rede des Ministers gegenüber anwesenden Journalisten als „starkes und ermutigendes Signal an alle Polizeibeschäftigten in Deutschland”. Die klaren Beschreibungen künftiger Sicherheitspolitik, so Rainer Wendt weiter, sind eine gute Grundlage künftiger Gespräche und verdienen Unterstützung. Anfang Dezember wird die Bundesleitung der DPolG mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière in Berlin zu einem Gespräch zusammentreffen.
Unterdessen hat die DPolG den Vorsitzenden der IMK, den Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), aufgefordert, eine neuen Auftrag für eine Untersuchung der Gewalt gegen Polizeibeamte zu erteilen und die Auftragserteilung gemeinsam abzustimmen. Der bisherige Entwurf, so heißt es in dem Schreiben, sei derart missraten, dass auch Korrekturen nicht ausreichten. Bei dem Forschungsauftrag soll die Deutsche Hochschule der Polizei führend eingebunden sein.