Feuerwehr präsentiert neues Hygienekonzept mit dem Bedarf einer neuen Schutzkleidung

8. Februar 2019 | Themenbereich: Aktuell, Bremen | Drucken

Vor 100 Jahren liefen Feuerwehrmänner noch mit leichter Stoffjacke und einem dünnen Käppchen in ein brennendes Haus hinein. Bis zur heutigen Ausstattung mit schwer entflammbaren Stoffen, Leuchtstreifen und Flammschutzhaube war es ein weiter Weg. Doch auch hier wollen Innensenator Ulrich Mäurer und der Leiter der Feuerwehr Bremen, Karl-Heinz Knorr, nicht stehen bleiben: „Die Bekleidung der Einsatzkräfte muss nicht nur gegen Feuer, Hitze und Verletzungsgefahren schützen, sondern auch gegen krebserregende Schadstoffe, die über die Haut in die Blutbahnen gelangen können.“ Der Gesundheitsschutz sei dabei genauso wichtig wie der Arbeitsschutz, betont Mäurer. So soll beispielsweise künftig gewährleistet werden, dass krebserregende Stoffe nicht mehr über die verschmutzte Kleidung in die Feuerwachen getragen werden. Wie die Kleidung der Zukunft und das damit zwangsläufig verbundene, ausgefeilte Hygienekonzept der Bremer Feuerwehr aussehen könnte, demonstrierten heute vor Pressevertretern Beamtinnen und Beamte der Bremer Feuerwehr auf der Feuerwache 5 in der Gottlieb-Daimler-Straße.

Jacke, Hose, Helm und Handschuhe sollen künftig direkt nach dem Einsatz noch am Schadensort abgelegt und unter Atemschutz in luftdichten Tüten verstaut werden. Anschließend werden die kontaminierten Bekleidungsstücke zentral gereinigt. „Die Zeiten, wo die Einsatzstiefel unserer Leute neben ihrem Bett auf der Wache standen, sind vorbei“, so Karl-Heinz Knorr. Auf die neue sandfarbene Kleidung aus der aktuell technisch besten Membran müssen die Bremer Einsatzkräfte der Feuerwehrwehr trotz eines einjährigen Trageversuchs voraussichtlich noch rund ein Jahr warten. Bei über 1300 Einsatzkräften (einschließlich der Freiwilligen Feuerwehren) werden rund 3000 Garnituren benötigt. Ein derartiger Auftrag in Höhe von 3 Millionen Euro muss europaweit ausgeschrieben werden. Nunmehr bedarf es zunächst der Freigabe der Finanzmittel durch den Senat, damit die notwendige Ausschreibung durchgeführt werden kann. Nach der Senatsbefassung wird das Schutzkleidungs- und Hygienekonzept in der Innendeputation vorgestellt werden. Letztendlich bedarf es der Freigabe der Mittel durch eine Beschlussfassung des Haushaltausschusses.

Innensenator Mäurer ist jedoch optimistisch: „Der Gesundheitsschutz für unsere Kolleginnen und Kollegen ist zu wichtig, als dass wir darauf nicht reagieren können. Das neue Konzept ist ein großer Schritt nach vorn.“