Mehr Geld und mehr Attraktivität für den öffentlichen Dienst

27. Dezember 2018 | Themenbereich: Beamten-Tarifrecht | Drucken

 

Mit einer Entgeltforderung von plus 6 Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von 12 Monaten, gehen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (öD) in die am 21. Januar 2019 beginnenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in den Ländern. Für die Auszubildenden fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung der Vergütung um 100 Euro pro Monat. Darüberhinaus sollen die strukturellen Verbesserungen in der Eingruppierung der Entgeltordnung erzielt werden, wie sie bereits bei den Verhandlungen bei Bund und Kommunen erreicht wurden. Angesichts der sprudelnden Steuereinnahmen der Länder seien die geforderten Gehaltserhöhungen nicht nur ein von den Beschäftigten erwartetes wertschätzendes Zeichen geleisteter guter Arbeit.
Fachkräftemangel ist bittere Realität

Es sei zudem ein Muss, um den öD für jungen qualifizierten Nachwuchs attraktiver zu machen, betonte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der gemeinsamen Tarifforderung von ver.di, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der IG Bauen, Agrar und Umwelt (IG BAU) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Donnerstag in Berlin.

Die GdP werde unter dem Motto „#hermitmehr2019“ in die Tarifrunde gehen, kündigte GdP-Tarifexperte und Malchow-Vize René Klemmer an. „Wir erwarten trotz der überaus soliden Finanzsituation der Länder keine einfachen Verhandlungen und stimmen unsere Mitglieder auf Aktionen ein.“

Die Konkurrenz der Arbeitgeber in Bund und Kommunen (VKA) zu den Ländern um qualifiziertes Personal wird Klemmer zufolge immer größer und die Situation vor dem Hintergrund attraktiver Entgelte immer brenzliger. „Nicht nur die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) feuert die Lage seit einiger Zeit verschärft an. Aus Sicht der Beschäftigten halte ich das für unverantwortlich.“ Die innere Sicherheit sollte allen Arbeitgebern im öffentlichen Sektor gleich viel wert sein, betonte Klemmer. Leider sei es mittlerweile an der Tagesordnung, dass Länderbeschäftigte zum Bund oder in die Kommunen wechselten.

Klemmer forderte die Arbeitgeber auf, in Zeiten eines eklatanten Fachkräftemangels die richtigen Entscheidungen zu treffen. In der Tarifrunde 2017 hatten die TdL-Vertreter die gravierenden Nachwuchsqualitätslücken noch als ein Märchen der Gewerkschaften bezeichnet. Mittlerweile habe die Politik jedoch erkennen müssen, dass dies bittere Realität sei.

Die Gewerkschaft der Polizei vertritt in der kommenden Tarifrunde rund 18.000 aktive Beschäftigte vom allgemeinen Verwaltungsdienst über den fernmeldetechnischen Dienst, Polizeiärztinnen und -ärzte, Beschäftigte in der Informationstechnik, Techniker, Beschäftigte der Hubschrauberstaffel, Kfz-Mechatroniker, Schreiner, Elektriker oder Waffenmechaniker.