Intelligente Videoüberwachung an Kriminalitätsbrennpunkten in Mannheim gestartet

5. Dezember 2018 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

 

Am 03.12.2018 fiel der Startschuss zur sogenannten intelligenten Videoüberwachung des öffentlichen Raumes in Mannheim. Ein über die Landesgrenzen hinaus viel beachtetes Pilotprojekt.
Mit diesem Projekt betritt die Polizei in Baden-Württemberg absolutes Neuland, denn es handelt sich um eine algorithmenbasierten Videoüberwachung, nicht zu verwechseln mit einer Gesichtserkennungssoftware. Hierbei sollen bestimmte Verhaltensmuster, welche auf Straftaten hindeuten (zum Beispiel Schlagen, Treten, Hinfallen etc.), technisch erkannt werden und zu einer Intervention der Einsatzkräfte vor Ort führen.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter begrüßt diese technische Innovation, insbesondere im Hinblick auf die ressourcenschonenden Aspekte bei diesem Projekt und den zu erwartenden positiven Effekten im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung im öffentlichen Raum.

„Ich verspreche mir davon in der Tat einen Effizienzgewinn für die Polizei, eine Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls an den Brennpunkten in der Bevölkerung sowie die Verhinderung und Aufklärung von Straftaten. Natürlich darf und muss man auch skeptisch sein und genau hinschauen. Von einer Totalüberwachung oder einem weiteren Schritt in einen Überwachungsstaat zu reden, wie manch Gegner des Projekts, das ist mehr als überzogen. Es geht hier vielmehr darum, neue Technologie sinnvoll einzusetzen, um die Polizei bei ihrer Aufgabe zu unterstützen und hier auch zu entlasten. Dabei muss es zu einer Abwägung der tangierten und der geschützten Grundrechte kommen. Diese ist hier sinnvoll erfolgt. Bei neuer Technik muss dann zudem die Erfahrung zeigen, wie wirksam deren Einsatz ist und an welcher Stelle nachgesteuert werden kann“, kommentiert BDK-Landesvorsitzender Steffen Mayer in Stuttgart.

Eine Kooperation von Stadt, Landespolizei und Wissenschaft (Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung) gab es so noch nicht; daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sowohl national als auch international diesem Projekt erhebliche Beachtung geschenkt wird.

Das Projekt könnte ein Meilenstein für die Sicherheitspolitik werden und die Leistungsfähigkeit Baden-Württembergs dokumentieren, wenn es um Innovationen geht.

Es war deswegen richtig, dass vorab die rechtlichen Weichen über eine Änderung des Landespolzeigesetzes BW durch das Innenministerium gestellt worden sind.

Der BDK Baden-Württemberg wird dieses Zukunftsprojekt als Teil der Sicherheitsarchitektur in Baden-Württemberg weiter positiv begleiten.