Innenminister zieht positives Fazit nach Delegationsreise nach Südafrika

9. November 2018 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Niedersachsen | Drucken

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, zieht ein sehr positives Fazit nach seiner ersten Reise nach Südafrika. Auf dem Programm der einwöchigen Reise standen viele Termine und Besuche in der niedersächsischen Partnerprovinz Eastern Cape und in Kapstadt. Besonderer Schwerpunkt war dabei das Thema Sport. Pistorius: „Unsere Reise in die niedersächsische Partnerregion Eastern Cape war geprägt vom Austausch und den Informationen über die auch vom Land Niedersachsen und dem Landessportbund unterstützten Projekte. Beeindruckend waren für mich die Besuche in mehreren Schulen und vor allem im Kinderheim Coram Deo in Coffee Bay, in denen Volunteers des ASC Göttingen, der den Austausch von Niedersachsen aus koordiniert, mit Kindern vor allem im Bereich Sport und Bewegung arbeiten. Viele dieser Kinder haben kaum eine Perspektive auf ein gutes Leben. In den meisten Schulen, die wir gesehen haben, sind mehr als 80 Prozent der Eltern arbeitslos. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei etwa 50 Prozent. Umso wichtiger ist, dass die vielen jungen Menschen aus Niedersachsen mit ihnen arbeiten und ihnen teilweise auch Dinge, gerade über den Sport, näher bringen, mit denen sie sonst nie in Berührung gekommen wären. Dabei geht es vor allem darum, über Sport und Bewegung Selbstbewusstsein zu entwickeln, sich selbst zu beweisen, dass man etwas leisten kann, dass jede Leistung einen Weg aus der Perspektivlosigkeit weisen kann und auch darum, in entscheidenden Situationen Nein sagen zu können. Die Rückmeldungen unserer Volunteers waren sehr eindrucksvoll. Die persönlichen Eindrücke haben uns noch einmal bestätigt, wie wichtig solche Projekte gerade für die Kinder vor Ort sind, die oft kaum eine Perspektive haben.“

Natürlich spielte auch das Thema Innere Sicherheit eine Rolle bei der Delegationsreise. Minister Pistorius dazu: „Wir haben uns intensiv mit der Polizei in East London über Ansätze der Kriminalitätsbekämpfung gerade bei Jugendlichen ausgetauscht. Die Kriminalitätsbelastung und die Schwerpunkte der Polizeiarbeit sind in Deutschland völlig anders gelagert. Das bedeutet aber nicht, dass wir von den Kolleginnen und Kollegen der Sicherheitsbehörden in Südafrika nichts lernen könnten, ganz im Gegenteil. Deswegen habe ich vor Ort für eine stärkere Vernetzung geworben, die aus meiner Sicht mittelfristig in ein regelmäßiges Austauschprojekt münden könnte. Ich würde mich sehr freuen, wenn es möglich wäre, so etwas in den kommenden Jahren umzusetzen. Einen ersten Impuls dafür haben wir auf der Reise gesetzt.“ Außerdem gab es einen Austausch mit Vertretern verschiedener politischer Stiftungen und einer italienischstämmigen Migrationsorganisation zu den Themen Flucht und Migration. In Südafrika rechnet die Organisation in den nächsten Jahren mit bis zu fünf Millionen Flüchtlingen, insbesondere aus den afrikanischen Staaten südlich des Äquators.

Weiter sagte der Innenminister: „Es wäre mein Wunsch, den Austausch auch in anderen Bereichen, etwa Schule und Kultur, weiter zu intensivieren. Dafür werde ich nach meiner Rückkehr auch in Niedersachsen werben. Die Offenheit und die Begeisterung der Menschen hier sind trotz teils großer Armut beeindruckend.“

Darüber hinaus gab es Termine im Sports Science Institute of South Africa in Kapstadt und Gespräche etwa mit Vertretern von VW South Africa und der Continental AG, bei denen auch die Fortführung bestehender beziehungsweise die Etablierung neuer Sportprojekte erörtert wurde. In Johannesburg und Kapstadt gab es außerdem einen intensiven Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Auslandsvertretungen zur aktuellen Situation der Inneren Sicherheit, Wirtschaft und allgemeinen politischen Lage in Südafrika.

Nachhaltigen Eindruck hinterließ bei Minister Pistorius die Arbeit der Verantwortlichen im Kinderheim Coram Deo – Elroy, seiner Frau und allen Helfern –, das von den südafrikanischen Behörden nicht finanziell unterstützt wird. Minister Pistorius: „Was dort mit großem Engagement gegen viele Widerstände in einer extrem schwachen Infrastruktur, aber mit großem Herzen für die Kinder getan wird, hat mich bewegt. Das ist ein Projekt, das es mir wirklich angetan hat und darum werde ich versuchen, in welcher Form auch immer, etwas Nachhaltiges für dieses wichtige Projekt zu tun und zu helfen, dass hier auch zukünftig diese großartige und wertvolle Arbeit verlässlich fortgesetzt werden kann.“