Tariferhöhungen ab 01.01.2019 für das private Sicherheitsgewerbe in Thüringen

11. Oktober 2018 | Themenbereich: Security, Thüringen | Drucken

Nach über 10 Jahren gibt es für die thüringische Sicherheitswirtschaft wieder einen Tarifvertrag zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem BDSW. „Nach zähem Ringen in drei Verhandlungsrunden konnten wir, im Interesse der Beschäftigten, eine Einigung erzielen“, so der BDSW Landesgruppenvorsitzende Wolfgang Kestner. Für die Arbeitgeber sei dieser Abschluss allerdings sehr „schmerzhaft“ und die exorbitanten Lohnerhöhungen seien der Sondersituation in Thüringen geschuldet und nicht auf andere Bundesländer übertragbar, denn das Bundesland Thüringen hatte im Vergleich zu allen anderen Bundesländer bis zum 31.12.2018 den niedrigsten Lohn. „Wir haben uns am Ende auf die massive Erhöhung in 2019 und auch 2020 einlassen müssen, um dem aufkommenden Fachkräftemangel in der gesamten Branche entgegenzuwirken“, so Kestner.

Die Tarifvertragsparteien einigten sich in Erfurt auf einen Vertrag mit einer Laufzeit von 2 Jahren – vom 01.01.2019 bis 31.12.2020. Der Vertrag beinhaltet für die Beschäftigten der thüringischen BDSW Mitgliedsunternehmen, in drei Vergütungsgruppen aufgeteilt, deutliche Erhöhungen auf bis zu 11,88 Euro Stundengrundlohn.
„Neben den Erhöhungen der Stundengrundlöhne haben wir vereinbart, dass die Beschäftigten weiterhin 5 Prozent Nachtzuschlag, 15 Prozent Sonntagszuschlag und 30 Prozent Feiertagszuschlag erhalten“, so Kestner.

Auch für die Auszubildenden wurden Erhöhungen ausgehandelt – diese seien notwendig, um junge Menschen in Thüringen für den Ausbildungsberuf in der Sicherheitswirtschaft zu gewinnen. Die Erhöhungen erfolgen jeweils zum Jahresbeginn 2019 und 2020. Für das erste Lehrjahr konnte man sich auf zunächst 580 Euro und im zweiten Erhöhungsschritt 615 Euro einigen. Für das zweite und dritte Lehrjahr auf 620 Euro und 710 Euro im ersten sowie 660 Euro und 760 Euro im zweiten Schritt.

Um nach mehr als 10 Jahren zu einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di zurück zu kehren war ein erstes Sondierungsgespräch mit ver.di im 2. Quartal 2018 erfolgt, in dem man u.a. vereinbarte, dass man bei einem Abschluss gemeinsam einen Antrag auf Allgemeinverbindlichkeit (AVE) beim zuständigen Ministerium einreichen werde. „Vor der 3. Verhandlungsrunde habe ich eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um die bisherigen Forderungen auszuwerten und eine einheitliche Strategie für die nächste Verhandlungsrunde zu erarbeiten. Denn es wird für alle Thüringer Unternehmen anspruchsvoll diese beiden hohen aber notwendigen Erhöhungen mit den Kunden zu verhandeln und umzusetzen“, so Kestner. Alle Mitglieder der Landesgruppe haben diesem Weg zugestimmt und setzen hohe Erwartungen in die zu erwartende AVE, damit die Inhalte des Tarifvertrages für alle Beschäftigten der Branche in Thüringen gelten.