GdP Schleswig-Holstein nach tödlichem Polizeieinsatz in Bad Oldesloe entsetzt

10. Oktober 2018 | Themenbereich: Aktuell, Schleswig-Holstein | Drucken

Mit Entsetzen hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf den tödlichen Verlauf eines Polizeieinsatzes in Bad Oldesloe reagiert. Es ist sehr tragisch, dass ein Mensch bei dem Einsatz ums Leben gekommen ist. „Der Einsatz zeigt aber auch, mit welchen unberechenbaren Gefahren und Gewalt der Polizeiberuf verbunden ist, stellt Marco Hecht-Hinz, Vorsitzender der GdP-Regionalgruppe Lauenburg-Stormarn, in einer Pressemitteilung fest. Am vergangenen Sonntag war ein 21-Jähriger Oldesloer nach einem Schuss aus der Waffe eines Polizisten verstorben.

Nicht selten seien es gerade derartige Anlässe, die die Streifenpolizisten unversehens in eine dramatische Gefahrensituation brächten. „Letztlich ist es oft nur ein glücklicher Zufall, dass Kollegen nicht zu Schaden kommen“, so Hecht-Hinz. Vielfältige Gefahren seien ständiger Wegbegleiter im Streifen- und Einsatzdienst. Einerseits würden an den Geschehnissen von Bad Oldesloe die Gefahren bis hin zur Lebensgefahr für Polizisten vergegenwärtigt, andererseits aber auch deren außergewöhnliche Einsatz-Anforderungen vor Augen geführt.

Zum Alltag des Streifen- und Einsatzdienstes bei der Polizei gehörten Ad-hoc-Entscheidungen mit großer Tragweite bis hin zu Grundrechtseingriffen der Freiheit der Person und der körperlichen Unverletzlichkeit. Die Streifen- und Einsatzpolizisten müssten tagtäglich damit rechnen, mit derartigen heiklen Situationen und Entscheidungen rund um die Uhr und unter anderen vielfältigen Stressfaktoren konfrontiert zu werden. „Das ist oft ein Ritt auf der Rasierklinge, denn anschließend müssen diese unter Entscheidungsdruck getroffenen polizeilichen Maßnahmen einer juristischen Überprüfung stand halten“, erklärt der GdP-Vertreter.

Hecht-Hinz macht aber auch noch auf eine weitere Facette aufmerksam: Die psychischen Folgewirkungen und -Belastungen für einen Polizisten nach einem Schusswaffengebrauch gegen Menschen würden allgemein unterschätzt. „Viele betroffene Kollegen leiden erheblich darunter, auf einen Menschen geschossen zu haben und haben Probleme, dies seelisch zu verarbeiten“, so der Polizeigewerkschafter. Dramatisch würde es dann sogar werden, wenn auch noch eine Verletzung oder der Tod eines Menschen zu beklagen ist. „Um mit einer solchen enormen Belastung zu leben, bedarf es zumeist einer psychologischen Begleitung. Aber nicht selten steht am Ende dennoch teilweise sogar die dauerhafte Dienstunfähigkeit“, weiß der Hauptkommissar zu berichten. Auch an dem Polizeieinsatz in Bad Oldesloe würden die vielfältigen Anforderungen, aber auch Belastungen, an die Kolleginnen und Kollegen im Funkstreifen- und Einsatzdienst mehr als deutlich, unterstreicht Hecht-Hinz.