Anspruchsvolle Aufgaben warten auf die Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs

8. Oktober 2018 | Themenbereich: Aktuell, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Stadthalle in Münster-Hiltrup mit ihren gut 700 Plätzen war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Holger Stahlknecht (Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt), den 33 Absolventinnen und ihren 145 männlichen Kollegen zum erfolgreichen Masterabschluss gratuliert. Der Minister ließ keinen Zweifel daran, dass hohe Erwartungen an die jungen Führungskräfte gerichtet sind. In einer politisch nicht einfachen Zeit sind immer komplexere und länderübergreifende Lagen zu bewältigen.

Dabei lag Minister Stahlknecht nicht nur die fachliche Dimension der Arbeit der neuen Führungskräfte am Herzen. Auch die Belastungen, die mit den gewachsenen Anforderungen an die Polizei für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbunden sind, so appellierte der Minister, mögen die Führungskräfte im Blick behalten. Dass das Studium sie auf die Herausforderungen des Berufs umfassend vorbereitet hat, daran besteht kein Zweifel.

Die Dynamik der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung zeigt jedoch auch, dass eine ständige Weiterentwicklung der Polizei als Organisation und die Weiterbildung des Einzelnen notwendig sind. Auch hierbei spielt die DHPol eine wichtige Rolle. Eine gut aufgestellte und finanziell angemessen ausgestattete Polizei kann ihre Aufgaben professionell erfüllen und so das Vertrauen der Bürger sichern, so der Minister.

Im Anschluss an seine Rede ehrte Holger Stahlknecht die besten drei Studenten, die in diesem Jahr aus Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg kamen.

Nach dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz hat traditionell der Sprecher der Studierenden, Jan Jaskolla von der Bundespolizei, das Wort. Nach einem kritischen Blick auf ein vom Bologna-Prozess geprägten Studium hob er die Stärke eines zen¬tralen, für alle Länder und Bundespolizeien gemeinsamen Studiums in Münster hervor: Die Bildung von Netzwerken, die Grundlage für gelebte Zusammenarbeit der Polizei in Deutschland und die Beschäftigung mit unterschiedlichen Sichtweisen, Konzepten und Erfahrungen.

Doch Studium ist mehr als Vorlesungen und Prüfungen. Die eigene Band, die Teilnahme am Münster-Marathon und die Pflege der Bienenvölker auf dem Campus sind nur einige Beispiele, die mit dem Abschlussjahrgang 2018 verbunden sind.

Ab Montag ist das Studium Geschichte und es gilt die Herausforderungen der neuen Aufgaben im Beruf auf der Grundlage der erworbenen Kompetenzen zu bewältigen.

Aber nicht nur die Absolventen hatten Grund zur Freude. Auch die vier Preisträger, die mit dem Preis der DHPol 2018 ausgezeichnet wurden, freuten sich über die Urkunde und die Auszeichnung ihrer Dissertationen. Der mit insgesamt 10.000 € dotierte Preis wird alle zwei Jahre vergeben und wurde in diesem Jahr zu gleichen Teilen an Dr. Barbara Bergmann (Expertise in der Prognose von Kriminalität. Eine Untersuchung am Beispiel der polizeilichen Einschätzung zukünftigen Verhaltens junger Straftäter),

Dr. Christoph Ebeling (Die organisierte Versammlung. Kontinuität zwischen Repression und Schutz),

Dr. Konrad Schober (Europäische Polizeizusammenarbeit zwischen TREVI und Prüm. Mehr Sicherheit auf Kosten von Freiheit und Recht?) und

Dr. Tobias Starnecker (Videoüberwachung zur Risikovorsorge. Body-Cam zur Eigensicherung und Dashcam zur Beweissicherung – Eine verfassungs- und datenschutzrechtliche Analyse) vergeben.

Mit ihren Doktorarbeiten haben die Preisträger einen Forschungsbeitrag zur Inneren Sicherheit und zu den polizeilichen Aufgabenfeldern geleistet.

Den Abschluss des Festakts bildete die programmatische Rede des Präsidenten der DHPol, Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange. Im Zusammenhang mit seiner Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Situation stellte er die Frage nach der Rolle der polizeilichen Bildungsarbeit: „Sind in unsicheren Zeiten Generalisten, Spezialisten oder Polizeimanager gefragt oder braucht es in der komplexen polizeilichen Organisation alle drei Kompetenzen?“ Aus vielfältigen internationalen Kontakten weiß Lange „International genießt das deutsche Modell polizeilicher Aus- und Fortbildung gerade aufgrund der wissenschaftlicher Fundierung hohes Ansehen.

Auf dieses differenzierte Bildungsverständnis lässt sich aufbauen, so der Präsident weiter. „Was gut ist, das kann noch besser werden“ ist sich Hans-Jürgen Lange sicher. Hie-ran will die Deutsche Hochschule der Polizei gemeinsam mit den Bildungseinrichtungen der Länder und des Bundes weiter arbeiten. Damit der Schritt in die Zukunft gelingt, steht ein umfassender Strategieprozess an der DHPol auf der Agenda, der die Hochschule für die Herausforderungen der Zukunft aufstellen soll.