Baugeschehen in der Brandenburger Polizei ist eine Katastrophe

5. Oktober 2018 | Themenbereich: Brandenburg, Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Über Monate wurde der Bauzustand in der Polizeidienststelle Bonnaskenplatz in Cottbus diskutiert. Jedes Fernsehteam konnte ohne größere Umbauten DDR-Filme produzieren, da sich so gut wie nichts geändert hatte. Jetzt werden für eine Übergangslösung für vier Jahre 3,2 Mio. Euro investiert, um das Gebäude einigermaßen zu „ertüchtigen“. Wichtig – aber längst überfällig.
Was sollen aber unsere Potsdamer Kolleginnen und Kollegen sagen? Die Bediensteten des LKA, der Kriminalinspektion West und der Polizeiinspektion in Potsdam werden seit Jahren vertröstet oder hingehalten. Gebäude sind marode. Dächer drohen einzustürzen, Kabel erfüllen nicht die Sicherheitsbestimmungen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal und Bürgerfreundlichkeit ein Fremdwort.
Lange wurde geprüft, in den sogenannten ILB-Tower in Potsdam umzuziehen. Eine ideale Lösung – bis dieser an einen privaten Investor verkauft wurde.

Jetzt heißt es wieder verdichten! Noch mehr Kolleginnen und Kollegen müssen in viel zu kleinen Büroräumen gemeinsam arbeiten. Der ILB-Tower ist weg. In die Heinrich-Mann-Allee zieht die Bundespolizei ein. Aber für unsere Brandenburger Polizei gibt es kaum Lösungen. Allein am Polizeistandort Potsdam-Eiche fehlen 3.000 qm² Bürofläche. Fast 150 Kolleginnen und Kollegen können theoretisch nicht untergebracht werden.

Andreas Schuster, GdP-Landesbezirksvorsitzender: „Die Kette der Probleme ließe sich endlos lang fortsetzen. Neue Polizeigebäude wurden mit falschen Personalkennzahlen geplant. Strukturveränderungen wurden nicht berücksichtigt. Entscheidungswege lassen sich Stufe für Stufe nur in Jahren definieren. Von dem jahrelangen Gezerre (mind. 12 Jahre) um ein Studentenwohnheim in Oranienburg ganz zu schweigen.“

Das Konstrukt des BLB war und ist von Anfang an eine Fehlkonstruktion. Es dauert zu lange, bis Baumaßnahmen begonnen und dann auch fertiggestellt werden.
Da hilft es auch nicht, wenn einige sagen: „Im Vergleich zum BER liegen wir in der Polizei noch relativ gut im Rennen!“