Bilanz der Schwerpunktkontrollen gegen Ablenkung im Straßenverkehr

21. September 2018 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Bei den bayernweiten Schwerpunktkontrollen am 20. September 2018 gegen Ablenkung am Steuer hat die Bayerische Polizei 1.889 ‚Handy-Sünder‘ aus dem Verkehr gezogen, die als Fahrer unerlaubt ein Smartphone oder ein anderes technisches Gerät genutzt hatten. Für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigt das Ergebnis, dass auch künftig verstärkte Kontrollen notwendig sind. „Immer noch lassen sich viel zu viele im Straßenverkehr mit Smartphone und Co. ablenken, obwohl das höchstgefährlich ist“, warnte der Minister. Dadurch erhöhe sich das Unfallrisiko mindestens um das Vierfache, von der Gefährdung vergleichbar wie die Fahrt mit etwa ein Promille Blutalkohol. „Der ‚Blindflug‘ am Steuer ist höchst unveranwortlich und kann Leben kosten“, erklärte Herrmann. „Darum habe ich die Bayerische Polizei angewiesen, Ablenkung im Straßenverkehr auch zukünftig intensiv zu kontrollieren und konsequent zu ahnden.“

Die gestrigen Schwerpunktkontrollen der Bayerischen Polizei fanden im Rahmen der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion ’sicher.mobil.leben – Ablenkung im Blick!‘ statt. Eingebettet war der Aktionstag in die europaweite Kontrollwoche ‚Focus on the road‘, die im Zeitraum vom 17. bis zum 23. September 2018 vom Europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk ‚TISPOL‘ koordiniert wird. Ziel war, die Verkehrsteilnehmer über die enormen Gefahren durch Ablenkung im Straßenverkehr zu sensibilisieren, sei es durch Smartphones, Tablets oder Multimediaeinrichtungen im Fahrzeug. Dies geschah durch spezielle Aufklärungsaktionen wie Infostände in Fußgängerzonen oder auch im Rahmen von Verkehrskontrollen, bei denen ertappte ‚Handy-Sünder‘ über die hohen Unfallgefahren aufgeklärt wurden. Wer beispielsweise mit einem Smartphone am Steuer erwischt wird, muss als Autofahrer mit einem Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt rechnen. Sollte es zu einer konkreten Gefährdung gekommen sein, erhöht sich das Bußgeld auf 150 Euro. Dazu kommen zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot.

Insgesamt hat die Bayerische Polizei bei den gestrigen Schwerpunktkontrollen 20.380 Fahrzeuge kontrolliert. Neben den 1.889 ‚Handy-Verstößen‘ musste die Polizei 2.566 weitere Verwarnungen aussprechen und Anzeigen erstatten, beispielsweise wegen Gurtverstößen, Mängel am Fahrzeug oder wegen Trunkenheit. In 74 Fällen ist ein Fahrverbot zu erwarten. 35 Führerscheine wurden von der Bayerischen Polizei sichergestellt beziehungsweise beschlagnahmt.

Einen besonders dreisten und gefährlichen Verkehrssünder ertappte die Münchner Polizei gestern gegen 10 Uhr in der Ständlerstraße im Stadtteil Neuperlach. Der 27?jährige Fahrer tippte während der Fahrt nicht nur auf seinem Mobiltelefon, er war innerorts mit etwa 120 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 60 auch doppelt so schnell als erlaubt unterwegs, stand unter Drogeneinfluss und hatte seit knapp einem Jahr keine Fahrerlaubnis mehr. Absolut unverantwortlich: Im Auto war sein 1-jähriges Kind, immerhin vorschriftsmäßig in einer Babyschale gesichert.

Maßnahmen gegen die zunehmende Ablenkung im Straßenverkehr sind ein Schwerpunkt im Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘. Ziel ist, in Bayern bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verletzten zu reduzieren und insbesondere die Zahl der Verkehrstoten auf unter 550 zu senken. Die Maßnahmen reichen von verstärkter Öffentlichkeitsarbeit über Verkehrsüberwachung bis hin zur verbesserten Verkehrsraumgestaltung und mehr ‚gebauter‘ Sicherheit, hauptsächlich auf Landstraßen. Informationen zum Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm sind unter www.sichermobil.bayern.de abrufbar.