Besuch der Bundesbereitschaftspolizei in der BPOLD Sankt Augustin

21. September 2018 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Einen eher ungewöhnlichen Termin nahm der Vorsitzende des BDK Bundespolizei, Thomas Mischke am 05.09.18 wahr. Er traf sich mit dem Abteilungsführer der Bundespolizeiabteilung STA, Herrn LtPD Walter Dederichs in dessen Büro zu einem Gedankenaustausch. Es entwickelte sich ein munteres und sehr interessantes Gespräch, was leider nach etwa 90 Minuten wegen eines Folgetermins unterbrochen werden musste.

Auf die Frage nach der Zusammenarbeit unserer Bundesbereitschaftspolizei mit den Länderbereitschaftspolizeien meinte der Abteilungsführer, dass man sich dort gut arrangiert habe und eng und vertrauensvoll zusammenarbeite, zumal die PDV 100 eine gute taktische Grundlage böte und einen gemeinsamen Sprachgebrauch erleichtere.

Erst am vergangenen Wochenende beim Einsatz in Chemnitz sei es so gewesen, dass seinem Stab mehrere verschiedene Ländereinheiten unterstellt worden seien und dass dies her-vorragend funktioniert habe.

Allerdings würden verschiedene Bundesländer lieber andere Länder als den Bund um Unterstützung bitten, da etliche Länder untereinander eine Kostenverzichtserklärung unterzeichnet hätten, für eine Inanspruchnahme der Bundesbereitschaftspolizei jedoch zahlen müssten. Das sei vor allem bei den vielen Fußballeinsätzen unpraktisch, weil sich die Zuständigkeiten und Übergaben/ Übernahmen der oftmals gewaltbereiten Fans überschnitten. Ansonsten sei die Zusammenarbeit mit den Bereitschaftspolizeiabteilungen in NRW ganz besonders intensiv, man würde gemeinsame Übungen abhalten und zudem sei man durch die vielen Fußballeinsätze sehr häufig zusammen im Einsatz.

Thomas Mischke sagte Herrn Dederichs zu, dieses Thema mit in die Politik zu nehmen, da es in der heutigen schwierigen Zeit dringend notwendig sei, eng, vertrauensvoll und vor allem unbürokratisch zusammenzuarbeiten.

Die Motivation seiner vielfach jungen Kollegen/innen sei sehr gut, der Zusammenhalt auch, allerdings fehle es an Übernachtungs-/bzw. Bereitschaftsräumen für die Beamten.

Auf die Frage wie es um den Auffüllungsgrad in der Abteilung bestellt sei, erwiderte Dederichs die Personaldecke sei sehr dünn und eine Personalzuführung dringend erforderlich. Auch sei die Anzahl der reinen Einsatzhundertschaften mit nur zwei für den Ballungsraum und Einsatzschwerpunktbereich NRW absolut nicht ausreichend. Die oftmals als dritte EHu bezeichnete IEE könne man nicht zählen, da die Angehörigen entweder im Ausland eingesetzt seien oder sich in der Reintegrationsphase befänden und ohnehin selbst nur unzureichend aufgefüllt sei.

Der Abteilungsleiter und der Vorsitzende vereinbarten eine zeitnahe Fortführung der Gespräche in einem größeren Rahmen, um auch einmal die kriminalpolizeilichen Aspekte der bereitschaftspolizeilichen Arbeit intensiv zu beleuchten.