„Ladendiebstahl ist kein Bagatelldelikt.“

20. September 2018 | Themenbereich: Hessen, Kriminalität | Drucken

Hessens Innenminister Peter Beuth hat sich heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Handelsverbandes Hessen e.V., Jochen Ruths, im Rewe Center im Wiesbadener Lilien-Carré über Sicherheitsmaßnahmen im Einzelhandel informiert und dabei den statistischen Rückgang der erfassten Ladendiebstähle in Hessen hervorgehoben. Sie liegen mit 22.475 erfassten Fällen in 2017 auf dem niedrigsten Wert seit 25 Jahren. Der historische Spitzenwert lag mit 49.620 Fällen im Jahr 1993, im Vergleich zu 2017 ein Rückgang um 54,7 Prozent.

„Die Hessische Polizei und der Einzelhandel haben ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut, um die Anzahl der Ladendiebstähle weiter einzudämmen. Zwar liegen die zur Anzeige gebrachten Fälle in Hessen auf einem historischen Tiefststand, allerdings wird natürlich nicht jeder Ladendiebstahl entdeckt oder konsequent zur Anzeige gebracht. Letztendlich führen Ladendiebstähle zu einem enormen volkswirtschaftlichen Schaden, der sich auch erhöhend auf die Verbraucherpreise auswirkt. Es muss daher im Interesse aller sein, die Zahl der Ladendiebstähle weiter zu reduzieren. Ladendiebstahl ist kein Bagatelldelikt“, so Innenminister Peter Beuth.
Kooperationsvereinbarung im Jahr 2016 unterzeichnet

Die Hessischen Polizei, das Hessischen Landeskriminalamt und der Handelsverband Hessen e.V. haben 2016 eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um Laden-, Taschen- und Trickdiebstähle sowie Raubüberfälle weiter vorzubeugen. Ziel ist, das Bewusstsein von Mitarbeitern im richtigen Verhalten im Umgang mit Straftätern zu stärken, die Kenntnisse über Tatbegehungsweisen zu verbessern, sicherungstechnische Maßnahmen aufzuzeigen und das Anzeigenverhalten weiter zu optimieren. So wurde 2016 eine Handlungsempfehlung mit dem Titel „Diebstahl und Raub im Einzelhandel“ veröffentlicht, die Mitarbeiter von Einzelhändlern für das Thema sensibilisiert.

Wie der Innenminister unterstrich, unternehme das Land größte Anstrengungen, um den Handel beim Kampf gegen Diebstähle im Handel zu unterstützen. Unter den Ladendieben seien – ähnlich wie bei Wohnungseinbrüchen – auch organisierte, international aktive, professionelle Gruppen. Auch aus diesem Grund führe die Hessische Polizei mehrmals jährlich an Verkehrsschwerpunkten im Rahmen einer Länderkooperation mit Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Großkontrollen durch, um neben Raubdiebstähle auch Diebstähle aus dem Handel aufzuklären.

Landesprogramm KOMPASS

Das vom Hessischen Innenministerium entwickelte Landesprogramm KOMPASS sei für den Einzelhandel gut geeignet, um sich in Sicherheitsfragen etwa im Innenstadtbereich oder auch stadtnahen Einkaufszentren einzubringen: „Mit KOMPASS wollen wir die Zusammenarbeit aller Sicherheitspartner einer Kommune intensivieren und passgenaue Maßnahmen für Probleme vor Ort entwickeln. Davon sollen sich insbesondere der Einzelhändler angesprochen fühlen, die sich bei der Durchführung von baulichen, technischen oder organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen einer Stadt oder Gemeinde aktiv einbringen können.“