Mit Standortkonzept noch nichts erreicht!

17. September 2018 | Themenbereich: Bremen, Polizei | Drucken

In der Innendeputation stellte Innensenator Mäurer gestern das zukünftige Standortkonzept der Bremer Polizei vor. Auch die Lokalpresse berichtete ganzseitig darüber. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Lüder Fasche, begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Versuche, die Polizei in Bremen wieder in verständliche Strukturen zu führen und leistungsfähiger werden zu lassen.
Wie die derzeitige Reform, basiere allerdings auch das Raumkonzept auf einer polizeilichen Zielzahl von 2.600 Beschäftigen bei der Bremer Polizei. „Diese Zahl reicht nicht annähernd aus, um den weiter zunehmenden polizeilichen Aufgaben gerecht und tatsächlich leistungsfähiger zu werden. Vielmehr ist eine Zielzahl von 3.000 Vollzeitstellen unabdingbar!“, fordert der Gewerkschaftschef.
Laut Fasche sei es deshalb notwendig, dass verantwortungsvolle Parteien sich noch vor der nächsten Bürgerschaftswahl zu dieser Zahl und auf Basis der aktuellen Vorstellungen zu einem entwicklungsfähigen Standortkonzept bekennen.

Die Vorstellungen des Innensenators seien, bis auf wenige aktuelle Umbaumaßnahmen, noch überhaupt nicht finanziert. Hierüber müsse 2019 die neu gewählte Bürgerschaft entscheiden. Bremer Wähler und Wählerinnen sollten deshalb genau hinschauen, welche Partei dieses Grundkonzept so mittragen wolle.

„Ich warne davor, die Finanzierung von zukünftigen Raum- und Personalfragen gegeneinander auszuspielen“ so Fasche weiter. Die Kollegen und Kolleginnen seien aktuell belasteter denn je und sehnen sich nach Dienstzeiten, die nicht mehr nur durch Personalmangel bestimmt werden. Neue Räumlichkeiten sollten nicht nur geografisch günstig liegen, sondern endlich auch modernsten Ansprüche in den Bereichen IT-Anbindung und Arbeitsschutz genügen. So gebe es bislang zum Beispiel so gut wie keine Klima-Anlagen in Polizei-Liegenschaften.

So schnell wie möglich benötige Bremen einen modernen Ausbildungsstandort der Polizei, der zukünftigen Bedarfen von 200 Neueinsteigern gerecht werde. Der Neubau der Bereitschaftspolizei sei bei steigenden Bewerberzahlen unerlässlich und dürfe nicht daran scheitern, dass man politisch auch mal über Legislaturperioden hinaus denken müsse.